Reise 1, Uruguay Teil 3, Cabo Polonia, der Norden, Valle del Lunajero, Abschied von Montevideo

 Die letzten Tage waren heiß, staubig, hektisch und geprägt von Plänen, die innerhalb kurzer Zeit wieder umgeworfen wurden. Heiss und staubig, weil wir uns unbedingt einen vollständigeren Eindruck von Uruguay gönnen wollten und zum Teil stundenlang über Schotterpisten in den Norden gefahren sind.IMG_4080
Hier herrschen die gleichen Temperaturen wie an der Küste – (tagsüber gerne bis zu 36 Grad) doch es fehlt der guttuende Wind. Im Nachhinein muss man sagen, dass sich dieser Ausflug in den Norden für uns nicht gelohnt hat: Landschaft, Landschaft, Landschaft – trockene Grünflächen mit riesigen Rinderherden – und sonst nichts (nur jede Menge Staub).
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Der Verkehr ist geprägt durch Holzlaster, denn neben der Tierhaltung verdient man mit dem Abholzen der zu diesem Zweck angepflanzten Pinien- und Eukalyptuswälder (diese duften übrigens unglaublich gut).P1020101
Den vollmundigen Ankündigungen unseres Reiseführers folgend, haben wir auch das Valle del Lunajero besucht, in dem man angabegemäss Heerscharen von Nasenbären, Otter etc. (und auch Puma) sehen können sollte. Wir haben ausser Rindern, Pferden und Mücken die Denguefieber übertragen können und die allgegenwärtigen Geier nicht wirklich viel gesehen.
Als wir realisierten, dass unser Schiff (MS Grande Brasile) IMG_4168nun tatsächlich am 18.01.2018 in Montevideo eintrifft, sind wir kurzentschlossen wieder 5 Stunden zurück in den Süden gefahren, um dort nun endlich unseren Hektor „in die Arme zu schließen“. Dank Eduardo, unserem bezahlten Mann für alle Fälle, verlief diese Übergabe erstaunlich einfach und schnell, so dass wir nun ein vollständiges, heiles Wohnmobil in Südamerika haben und das Abenteuer so richtig beginnen kann. Darüber bald mehr.
…..und bevor wir uns jetzt über die Grenze nach Argentinien schwingen, hier noch ein paar Statements zu Uruguay:
  • Das „Dorf“ Cabo Polonia sollte nicht unerwähnt bleiben. In den Dünen liegend; nur mit riesigen Uralt-LKWs zu erreichend; ohne Anschluß zu fliessend Wasser oder Strom; der angeblich teuerste Ort Uruguays – hier wohnen die Hippies, die Aussteiger und jede Menge Seelöwen. In dem tosenden Wasser können wir Ihr Geschick fast hautnah beobachten. Die riesigen Männchen mit der Mähne verteidigen lautstark ihr Revier; einfach nur beeindruckend. Genau so etwas möchte ich sehen. Hier könnte ich den ganzen Tag verbringen.fullsizeoutput_2481

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  • Der LKW Markt wird von der Marke VW beherrscht – für uns völlig überraschend, dass Logo an einem Truck zu sehen;

 

  • Dank AirbnB haben wir auch in der Hauptsaison wunderbare, preiswerte Unterkünfte gefunden und uns insgesamt, mit Ausnahme der Hafenregion in Montevideo, überall ausgesprochen sicher gefühlt. Da früher in Uruguay -im Gegensatz zu Brasilien- nur wenig Sklavenhandel betrieben wurde und die Bevölkerung damit kaum afrikanischen Wurzeln entspringt, fallen wir hier nicht auf. Wir sind nicht die „Fremden“ – auch das trägt zum Wohlfühlen bei.

 

  • Zu Uruguay gehört das permanente Mate-Tee-Trinken (einschließlich des permanenten Transportes einer Thermoskanne, der speziellen oft aus Kürbis gefertigten Teetasse und eines speziellen metallenen Strohhalms) und das Asado (Grillfest) möglichst im Kreise der ganzen Grossfamilie. Wir hatten das Vergnügen an einem Samstag Abend auf einem Campingplatz dies hautnah zu erleben. Ab ca. 21 Uhr fangen die Väter an, die Feuer vorzubereiten, um dann ab 22- 23 Uhr Unmengen an Fleisch auf die Holzkohlegrills zu legen. IMG_4232IMG_4230Begleitet wird dies durch Musik – und zwar hat jede Großfamilie Ihre eigene Lieblingsmusik – und jeder möchte seine hören, was dazu führt, dass eine unglaubliche Kakophonie an Rhythmen über den Platz dröhnt. Uns gegenüber stand offensichtlich der Platzhirsch – seine Boxen hatten so einen Wumms, dass bei uns noch alles vibrierte. Unser Versuch, mit Helene Fischer etwas deutsche Kultur beizufügen, scheiterte trotz guter Box vollständig. Schlaf- leider nein.

 

  • Ohne Googlemaps/ Mapsme wären wir aufgeschmissen. Selbst mit diesen Hilfsmitteln verfahren wir uns. Hinweisschilder, Strassenschilder haben Seltenheitswert. Besonders aufregend wird es, wenn uns diese Systeme direkt in die Townships führen (um den kürzesten Weg ins Ziel zu beschreiben), wir die Autos von innen verschließen müssen und nur hoffen, möglichst schnell wieder eine geteerte, größere Strasse zu finden, ohne unter den herunterhängenden Leitungen hängen zu bleiben.

 

  • Uruguay hat sich entschieden, als Agrarland aufzutreten und dennoch ein „Ich-hole-Touristen-ins-Land“-Programm aufgelegt, wonach uns beim Bezahlen von Restaurantrechnungen mit Kreditkarte uns die Mehrwertsteuer erstattet wird. Muss man wissen, ist dann aber eine interessante Einsparquelle.
Last but not least wollte ich noch auf die unglaubliche Tierwelt (insbesondere Vogelvielfalt)
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fullsizeoutput_24c0P1020122und den Ombu-Baum hinweisen. Wunderbar, großbewachsene Bäume – ein Landessymbol von Uruguay.
„Wikipedia:

Die Zweihäusige Kermesbeere wächst als immergrüner Baum, der Wuchshöhen von 12 bis 25 Metern erreicht, der Umfang der schirmähnlichen Baumkrone kann von 12 bis 15 Meter betragen. Die Zweihäusige Kermesbeere wächst schnell, aber – wie bei tropischen Bäumen üblich – ohne Jahresringe. Der Stamm ist weich genug, um ihn mit einem Messer durchzuschneiden. Die hellgraue Borke wird im Alter rissig.

Da der Saft der Pflanze giftig ist, wird sie von Pflanzenfressern gemieden. Darüber hinaus ist die Zweihäusige Kermesbeere gegen Heuschrecken und andere Plagen immun.“

IMG_3889Als wir lernen durften, dass es sich bei diesen Riesen tatsächlich um Gräser handelt, waren wir leidlich erstaunt.

In Summe hatten wir hier in Uruguay eine tolle Zeit. Doch bisher war es Urlaub, jetzt beginnt der Spaß. Auf nach Argentinien…….

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