Overlanddriver

Reise 1 Teil 4: Heiße Nächte in Zentral-Argentinien, Rosario, Delta de Parana, Mendoza; ein Paradies für Weinkenner bzw. Weintrinker

Nachdem wir unseren Hektor so problemlos in Empfang genommen haben, hält uns nichts mehr in Montevideo. Wir wollen uns endlich in das Abenteuer stürzen und testen, wie es sich anfühlt, auf 8 qm monatelang in einer Puppenstube zu leben. Wir lassen unsere Gasflaschen vor Ort füllen und los geht die Fahrt. Ca. 13.000 km liegen vor uns. Die nächste Brücke über den Rio Uruguay / sprich der Grenze zwischen Uruguay und Argentinien liegt bei Rosario. Wunderbar, dies gibt uns die Möglichkeit, entlang und durch das einzigartige Parana-Delta (dem größten Süsswasser-Delta der Welt) zu fahren. Der Grenzübergang ist relativ problemlos. Hektor und wir erhalten nach kurzer Zeit ein Visum für 90 Tage ??. Angeblich soll es in dieser Region korrupte Polizisten geben und wir sind dementsprechend nervös. Doch entweder haben wir Glück oder es gibt Sie doch nicht.IMG_4240Dem Parana-Delta (= Spreewald in XXL-Format) kommen wir leider nicht wirklich nah. Aus dem Auto heraus sehen wir viele Wasservögel – u.a. viele Störche -, doch in das Delta kann man nur mit dem Boot eindringen. So bleibt uns leider nur ein sehr oberflächlicher Eindruck einer angeblich einzigartigen Landschaft.

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Argentinien – das Silberland; ein Land der Superlative – auch genannt das Land der 6 Kontinente: Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht über 34  Breitengrade und entspricht der Strecke Stockholm – Casablanca; doch der größte Teil soll angeblich fast menschenleer sein.
Wir stranden zunächst in der Grenzstadt Rosario. Da wir leider nicht die entsprechenden Karten heruntergeladen haben, fällt es uns sehr, sehr schwer einen geeigneten Schlafpatz zu finden. Erst kurz vor dem Dunkelwerden erreichen wir glücklich ein Schwimmbad, wo man uns gnädigerweise auf den großen Aussenflächen trotz später Ankommenszeit nächtigen lässt.
Hier in Zentral-Argentinien ist es heiß – unser Thermometer im Wohnmobil zeigt um 22 Uhr noch 38 Grad an und es geht kein Hauch von Wind. Wir liegen in unserer Koje und hoffen auf einen einzigen Windzug. Vergebens. Nie in meinem Leben habe ich so geschwitzt. Nasse Waschlappen auf dem Kopf können nur zeitweise sehr bedingt helfen. Obwohl der Weg zum Schwimmbad direkt durch das Township von Rosario führte, müssen wir bei dieser Hitze die Heckklappe komplett offenlassen. Diese Hitze motiviert uns, möglichst schnell diese Provinz zu durchqueren, um in der Nähe der Anden nicht nur ein angenehmeres Klima, sondern auch ein ausgezeichnetes Weinanbaugebiet zu finden.
Auf dem Weg dorthin übernachten wir das erste Mal „wild“. Kaum sind wir von der Straße abgefahren und haben es uns gemütlich gemacht, kommt „El Patrone“. Nachdem er ein Foto von uns und Hektor gemacht hat, wir uns mit Küsschen verabschiedet haben, ist klar, wir sind mehr als willkommen. Wenn doch nicht die Hitze und der Staub wären.
Wir fahren dann zwei Tage durch große Maisfelder und sonstigen Agra-Anbau. Obwohl es so trocken ist, scheint das Land unglaublich fruchtbar zu sein.
Mendoza ist unser Ziel. Das größte Weinanbaugebiet von Argentinien, das zweitgrößte der Welt, im Schatten von  6.000- Meter hohen Bergen der Anden, im direkten Grenzgebiet zu Chile.
Kilometerlang fahren wir gemeinsam mit sehr, sehr vielen LKWs (wir sind tatsächlich auf der „A2“ Richtung Chile“ ) einfach geradeaus in Richtung Westen. Immer wieder nur gestoppt durch die unendliche Zahl an Bumps, denn natürlich führt dieser Highway durch jede Menge kleine, quadratisch angelegte Dörfer in denen die Maximalgeschwindigkeit 60 km/h sein SOLLTE. Da es hier keinen TÜV gibt, sehen wir hier Autos, die nur noch ins Museum gehören und definitiv schon lange nicht mehr die Mindestgeschwindigkeit erreichen. Erkennen kann man die Autos ganz einfach, es hängt ein Arm heraus – sprich Klimaanlage „Fehlanzeige“ und egal wieviel Staub aufgewirbelt wird, das Fenster bleibt unten.
IMG_4343IMG_4305IMG_4388IMG_4270Endlich sind wir in Mendoza angekommen und wir stellen gleich mehrerlei fest: es ist hier genauso heiß wie in Rosario, es gibt hier auch keinen kühlenden Wind dafür aber jede Menge ganz fieser Mücken und die besagten Anden haben sich in ein Nebelkleid gehüllt.
Auf dem Campingplatz treffen wir das erste Mal seit 4 Wochen andere Deutsche, die mit einem aus unserer Sicht „riesigen“ Unimog Südamerika bereits seit langer Zeit bereisen. Am Abend sitzt man zusammen und quatscht über bestandene und noch geplante Abenteuer.
Mendoza ist eine Kleinstadt mit ca. 110.000 Einwohnern. Auffällig ist wie grün hier alles ist. Jede Straße ist mit üppigen Bäumen gesäumt, doch wo sind die Weinberge? … und ja, wo sind die Anden? Leider erwischen wir drei wolkenverhangene Tage in der Mendoza-Region und können die Anden nur erahnen.IMG_4392
WeinBERGE  gibt es hier auch nicht, nur flache Flächen – völlig unspektakulär – auf denen jedoch zugegebenermaßen hervorragender Wein angebaut wird. Hier entfaltet die Malbec-Traube ihren vollen Geschmack. Um uns davon zu überzeugen, besuchen wir zwei Bodegas und decken uns ein gaaaaanz klein wenig mit regionalem Wein ein, bevor wir Richtung Süden aufbrechen.
Ab in den Süden…. zu den Vulkanen…..

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