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Reise 1 Teil 5: Zerbissen im Nordwesten von Argentinien; Vulkan „El Tromen“, Thermen von Copahue, Route 40, Mapuche

Es ist Ende Januar und wir verlassen leicht enttäuscht die Weinregion von Mendoza Richtung Süden. Dabei fahren wir durch das berühmte Valle de Uco, welches einzigartigen Wein hervorbringt, aufgrund des besonderen Bodens.
fullsizeoutput_2558 Von nun an bewegen wir uns entlang des Andengürtels, immer zwischen Chile und Argentinien und auf einer Höhe von 700 – 2.500 Meter. Zur Zeit ist es selbst auf 2.200 Meter abends um 20.00 Uhr noch angenehme 20 Grad warm. Nur nachts kühlt es hier in den Bergen ab, so dass wir erstmals am Morgen eine lange Hose anziehen müssen.
P1020384Wie großartig ist der Moment, wenn man aus der planen Fläche plötzlich die ersten schemenhaften Konturen der diversen Vulkane erkennt und dann dem üppig leuchtenden Gestein bei strahlend blauem Himmel immer näher kommt.
fullsizeoutput_2554Hier in der Region um Malague gibt es die größte Vulkandichte der Welt. Und tatsächlich, ein Vulkan ist schöner als der andere, reiht sich aneinander. Begeisterung pur macht sich bei mir breit.
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P1020567Wir stoppen an einem malerischen Ort, direkt an einem namhaften Fluss. Ein idealer Platz für eine kostenlose Übernachtung. Badesachen an, ins Wasser und dann: Wir sind leider nicht alleine in diesem Paradies. 100derte von Pferdefliegen stürzen sich auf uns und versuchen uns in möglichst kürzester Zeit möglichst viel Blut abzunehmen. Den Rest des Tages verbringe ich in Sicherheit in Hektor. So hatte ich mir das gar nicht vorgestellt.P1020537
img_4541Es wird Zeit für uns, ausgetretene Touripfade zu verlassen und wir entscheiden uns, in den relativ unbekannten Nat.park „El Tromen“ zu dem gleichnamigen Vulkan + Lagune zu fahren. Die Schotterpiste führt uns über viele Kilometer, aber dann sind wir endlich da. Mutterseelenallein an einem so großartigen Platz. In der Lagune sehen wir die schwarzköpfigen Schwäne und rosa Flamingos.
P1020553img_4582Der aktive Vulkan mit seinem erkalteten üppigen Lavazungen scheint nur für uns im Abendlicht zu leuchten. Genauso haben wir uns das Abenteuer Argentinien vorgestellt. Ach ja, nicht zu vergessen der unglaubliche Sternenhimmel an so einem Ort. Einfach nur wunderschön!fullsizeoutput_2545
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fullsizeoutput_2540P1020677P1020682img_4629
fullsizeoutput_2548P1020653img_4647P1020674Nach diesem Genuss fahren wir weiter Richtung Süden zu der „7-Seen-Route“, auf der berühmt berüchtigten Route 40 -das Pendant der Route 66 in den USA- , die Argentinien von Norden bis Süden durchquert, teilweise als Verlängerung der PanAmerica.
Wir tanken in einem kleinen Ort im Nirgendwo und plötzlich kommt Uwe eine Blondine freudestrahlend entgegen. Die Frankfurterin lebt hier in der Pampa mit Ihrem Mann und als Sie unser Nummernschild aus „Hamburg“ gesehen hat, mußte Sie einfach „ Hallo“ sagen. Dies ist schon das 2. Mal, dass uns das passiert und wir freuen uns auch über ihre so ehrliche, unverfälschte Lebensfreude. Sie rät uns dringend, diese Region nicht zu verlassen, bevor wir nicht die Thermen in Copahue besucht haben. Da wir diesen Tip jetzt bereits zum 2. Mal hören, werfen wir unsere Pläne um und fahren Richtung Copahue, vorbei an dem Winterskigebiet Caviahue.
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fullsizeoutput_256eDer Weg führt uns durch einen extrem idyllischen Canon. Zwischen Lavagestein wiegt sich silbrig schimmerndes Pampagras und unten wird das Tal durch einen Grünstreifen durchzogen, genährt von dem kleinen Flusslauf. Vereinzelt Hütten und viele Schafe, Ziegen und Pferde sowie Kühe säumen die Hänge und Straßen. Idylle pur.
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fullsizeoutput_255cP1020705P1020740Den Vulkan „Copahue“ , einen aktiven „Smoker“, sehen wir schon von weitem.
fullsizeoutput_256cfullsizeoutput_2566Hier auf über 2.000 Meter Höhe liegt noch Schnee und gleichzeitig brodelt und dampft es aus vielen Erdlöchern. Eine unwirkliche Gegend in der die Thermen liegen. Hier kann man bei strahlend blauem Himmel in den heißen Thermal- und Schlammquellen liegen und „gesünder werden“.
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fullsizeoutput_2562„Wir nehmen uns einen Tag frei“ und machen Wellness. Doch am Ende des Tages stinken wir nach Schwefel und der sogenannte Heilschlamm, will nicht wirklich von der Haut. Aber eine tolle Erfahrung.
Und was gab es sonst noch Interessantes ?:
Wir sind erstmalig mit den berühmten Windböen von Patagonien konfrontiert worden. Wie aus dem Nichts fängt es an zu wehen und bevor man sich versehen hat, ist das Phänomen auch schon wieder vorbei. Besonders schön, wenn man entspannt auf kilometerlangen Straßen unkonzentriert geradeaus fährt, oder aber gerade frisch geduscht und eingecremt in der Sonne sitzt und dann mit einer Staubschicht paniert wird.
Schweinefleisch ist hier eine Rarität und das argentinische Rindfleisch benötigt nach argentinischem Rezept nichts weiter als etwas Salz – so gut ist der Eigengeschmack. Biofleisch par execellent.
Tankstellen werden zu einem unglaublichen Anziehungspunkt. Offensichtlich haben wir nur dort Zugang zum Internet. Die Mär, dass es in Argentinien überall freies Internet gibt, stimmt einfach nicht. Wer weiß, wann wir jemals die Blogbeiträge plus Fotos hochladen können. Dies bedeutet stundenlanges Kaffeetrinken in einem Tankstellenrestaurant im Nirgendwo.
Und wer weiß, wie lange man ein großes Ei auf 2.200 Meter Höhe kochen muss, damit man es halbwegs genießen kann ?: Mindestens 9 Minuten; wir sprechen aus leidvoller Erfahrung.
So, und nun geht es endlich zu der 7- „Seen-Route“. Hasta Luego.

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