Reise 1 Teil 6: Patagonien, Bariloche, 7-Seen-Route, der Schönste Argentiniens : Vulkan Lanin

Fast 6 Wochen lang haben wir nun den argentinischen Sommer genossen. 6 Wochen blauer Himmel, Tagestemperaturen in Abhängigkeit von der Höhe von 22 Grad bis 40 Grad und Tiefsttemperaturen von 10 Grad bis 20 Grad. Doch jetzt braut sich etwas zusammen. Es ist grau in grau, der Wind ist aufgekommen und fegt den Staub über die Straßen, so dass die Motorradfahrer die Augen zusammenkneifen müssen und wir kaum noch etwas sehen können. Die ersten Vorboten des nahenden Herbstes erreichen uns in der Skiregion um Bariloche. Die Temperaturen sind fast um 15 Grad gefallen und wir müssen die langen Hosen aus ihren Verstecken holen.
P1030090
Die letzten Tage haben wir uns nördlich und südlich von Bariloche aufgehalten und unzählige ultramarinblaue Seen einschl. mehr oder weniger schneebedeckter Berge gesehen, bewandert und vor allen Dingen bewundert. Hier gibt es die bekannte 7-Seen-Route, doch aus unserer Erfahrung heraus würden wir sie umbenennen in die „mind. 100-Seen-Route“.fullsizeoutput_2574
P1020840
P1020854
img_4814
img_4817
U.a. waren wir auch im Parque Lanin, mit dem angeblich schönsten Vulkan Argentiniens – und ja auch uns gefällt er eindeutig, insbesondere seine schneebedeckte Spitze ist spitze (vor allen Dingen, wenn Sie im Abendlicht rosa leuchtet).
P1020925
P1020922
P1020937
P1020960
P1020957
img_4797-1
Alles in allem sind wir begeistert, doch nicht völlig aus dem Häuschen. Die angekündigte Wildnis wird doch stark durch die überall vorhandenen Zäune eingeschränkt und jetzt in den Sommerferien, ist es vielerorts nicht mehr wild. Die Zugänge zu vielen Seen sind i.d.R. versperrt und meistens im Privatbesitz. Wir sind hier ja jetzt in Patagonien angekommen. Patagonien ist das Synonym für grenzenlose Freiheit, unendliche Weiten und großartige Natur. Besonderst geschützt u.a. durch div. Grenzkontrollen. Foot- and Mouth-Deasease (Maul-und Klauenseuche) ist hier offensichtlich sehr gefürchtet und man wird auf Früchte und sonstige Frischwaren durchsucht, damit keine Erreger eingeführt werden. Bislang sind wir von solchen Kontrollen verschont geblieben, haben aber schon diverse Berichte von anderen Travellern gehört.
P1030155
P1030043
fullsizeoutput_25c2
Wir wollen jetzt Richtung Chile aufbrechen, auch um dort noch einsamere Gegenden zu finden.
….und ansonsten in Kürze:
Bitte keine Stauballergie !  Staub ist überall – nicht nur auf der Strasse – nein auch auf der Haut, in den Augen und zwischen den Zähnen, im Bett – einfach überall. Die wichtigste Aufgabe des Beifahrers – die Bedienung des Umluftschalters. „Everyone bites the dust“.
Statistisch müsste jeder Argentinier mindestens einen, wenn nicht zwei Hunde haben. Unglaublich, wie viele Hunde hier frei umherlaufen.
Wir haben nicht nur wunderbare Vögel gesehen, sondern auch Myrthen- und Aukarienwälder.
P1030071
P1030085
fullsizeoutput_2579
Auch wenn die Argentinier nicht Fussballweltmeister sind, in einem sind Sie zweifelsfrei Weltmeister – nämlich im Zäune bauen.
Neulichs bei Carrefour : Eine großartige Abwechslung, wenn man einen soooo großen Supermarkt sieht. Also hinein. Nach dem ersten Flash des großen Angebotes, haben wir endlich alles im Einkaufswagen und wir suchen uns eine Kasse. An jeder Kasse steht nur ein Kunde, wunderbar, gleich angestellt. Doch wie aus dem Nichts kommen von allen Seiten die Argentinier auf uns zu und versuchen, uns das bizarre Kassensystem zu erklären. Denn so einfach ist das hier nicht. Erst einmal muss man sich an einer elektrischen Ausgabestelle anstellen, an der man so einen Ping mit der Anzahl der eingekauften Waren eingibt und dann wartet man darauf, dass sich dieser Ping aktiviert und einem die richtige Kassennummer zuweist, an der man dann endlich -wenn man an der Reihe ist- alle Teile erwerben darf. Dass dieses Gerät nicht immer funktioniert und man sich dann mehrfach an einer Ausgabestelle anstellen darf, sei nur am Rande erwähnt. Ach und überhaupt, hier in Argentinien kosten die Plastiktüten etwas, ganz im Gegenteil zu Uruguay. Da werden doch gleich unsere guten Rossmann-Beutel aktiviert.
Camping – ein Begriff, der hier völlig anders verstanden wird. Tagescamping ist hier die Regel – man kommt morgens, badet, macht Asado (Papa grillt, alle essen Mengen an Flesich), badet und fährt abends wieder nach Hause oder macht abends nochmal -so ab 21 Uhr- ein ausgiebiges zweites Asado. Allenfalls hat man ein Zelt dabei; Wohnwagengespanne sehen wir hier zwar schon öfter als im Norden, doch trotzdem ist dies noch immer die absolute Ausnahme.  Die Campingplätze kosten meistens um die 20 Euro für 2 Personen pro Nacht und haben i.d.R. kein heisses Wasser, selten Strom und einen frei wählbaren Stellplatz für unseren Hektor.
img_4868
Chile…we are coming

Ein Gedanke zu „Reise 1 Teil 6: Patagonien, Bariloche, 7-Seen-Route, der Schönste Argentiniens : Vulkan Lanin“

  1. Moin aus dem kalten Norddeutschland. Eure Reiseberichte lesen sich super. Vielen Dank! Auf einem der Photos leuchtet auch ganz wichtig in der Winschutzscheibe Eure grüne Umweltplakette. Irgendwie lustig. Euch noch ganz viel Spass dort.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s