Reise 1 Teil 11: Fitz Roy – total übergletschert; Süd-Patagonisches Eisfeld; Calafate, Perito- Moreno-Gletscher; Wind

P1040722Woran kann man zweifelsfrei erkennnen, dass man an einem wirklich „gewichtigen“ Ort dieser Erde angelangt ist ? Ganz einfach. Hierfür gibt es einen einwandfreien Indikator. Wenn vor Ort ein Bus anhält und mindestens 20, sicherlich sehr liebenswerte Asiaten aussteigen, bewaffnet mit Hut, Kamera und Mundschutz. Dieses eindeutige Zeichen ist uns an dem Fitz-Roy Massiv in Argentinien passiert.
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Die höchsten Punkte im Fitz-Roy Gebiet sind fast 3.500 m hoch und besonders die eisverkrusteten Granitspitzen sind wirklich spektakulär, wenn man sie denn sieht. P1040775In diesem Gebiet schmiegen sich Gletscher über Gletscher an die baumlosen Berghänge, die im Sonnenlicht großartig und einzigartig blau schimmern. Doch leider sieht man auch bereits aus der Ferne, wie sehr sich die Gletscher zurückgezogen haben. fullsizeoutput_26f6Das führt dazu, dass man heute die sogenannten „schwarzen Gletscher“ besuchen darf, welche jedoch aus meiner Sicht Schutthalden gleichen und mit Gletschern nichts zu tun haben. However, hier in diesem Gebiet gibt es mindestens 5 „wirkliche“ Gletscher, die noch ihren Namen verdienen.P1040779
An den Tagen, in denen wir uns in diesem Gebiet aufgehalten haben, hatte der Wettergott wirklich ein Einsehen mit uns. P1040790Wir hatten nämlich nicht nur strahlend blauen Himmel, so dass wir Fitz Roy selbst in einer fast unwirklich erscheinenden Postkartenidylle gesehen haben. Nein, auch der Wind war relativ harmlos, zumindest bei unseren Wanderungen. fullsizeoutput_26f7
So ein tolles Wetter darf man natürlich nicht alleine erleben, so dass wir im Rahmen einer „Völkerwanderung“ Richtung Fitz Roy mit vielen anderen Naturliebhabern marschierten.fullsizeoutput_26fc
Egal in welche Richtung man hier sieht, man kann mal nähere oder fernere Gletscher bewundern. Gletscher, dabei denken wir doch an das „Erbe der Menschheit“, für alle möglichst im vernünftigen Maße zugänglich. fullsizeoutput_26fdHier dürfen wir zumindest bei einem Gletscher erfahren, dass nicht nur das ganze Land eingezäunt, sondern offenbar auch der Gletscher Privatbesitz sein kann. Diesen von uns erwählten Gletscher können wir jedenfalls nur über eine Estancia P1040892erreichen und mussten zunächst einmal Eintritt bezahlen, bevor wir in die Höhe gekraxelt sind.
Nachdem wir den wirklich beeindruckenden Fitz-Roy hinter uns gelassen haben, geht es weiter zum nächsten Highlight.- Calafate– mit dem Zugang zu dem Perito Moreno Gletscher. Nur hier hat man diesen genialen Zugang zu dem drittgrößten Eisfeld der Welt. Nur die Antarktis und Grönland sind größer als das Süd-Patagonische Eisfeld, welches wir hier in seiner ganzen Pracht sehen dürfen. Wir sind von 9.00 Uhr morgens bis 17.00 Uhr hier vor Ort und zunächst einmal angenehm überrascht, dass es gar nicht so touristisch ist, wie erwartet. P1050531Ganz in Ruhe können wir von unterschiedlichen Balkonen die bis zu 70 Meter hohe Gletscherkante P1050395in ihrer ganzen Breite bewundern. Blau schimmert der riesige GletscherP1050536, der immer wieder knackt und knarrt. Uwe meint es klingt wie bei einem Gewitter -und dann starren alle ganz angespannt auf die Kante, um möglichst als erstes zu sehen, wo ein weiteres riesiges Stück Eis in den See stürzt. Perito Moreno Gletscher einer der letzten noch wachsenden Gletscher dieser Welt- einfach unglaublich schön – bitte alle herkommen und selber sehen. P1050531Wir haben dabei das Glück auch noch ein P1050240Kondor-Pärchen P1050232beobachten zu dürfen, welches hier nistet und jetzt bei Sonnenschein „Flugübungen“ P1050237über dem ewigen Eis macht, sehr zur Begeisterung aller stillen Beobachter. Ein genialer Tag.P1050403
Und ganz zum Schluss des heutigen Blogs noch ein kurzes Statement zum Thema „Wind“:
Bisher haben wir unglaublich viel über den Wind in Patagonien gelesen und gehört. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, den richtigen -nämlich windgeschützten- Übernachtungsplatz zu finden. Als wir Richtung FitzRoy fuhren, bemerkten wir erstmalig, dass an diesen Erzählungen wirklich etwas dran sein kann. Böen über Böen würzten den Weg. Und ja, dann erlebten wir unsere erste wirkliche Nacht im patagonischen Wind. So etwas kann man nicht beschreiben. Das Wohnmobil schwankte hin und her, ein Seemann hätte seine wahre Freude gehabt und wäre vielleicht sogar seekrank geworden. Und dann diese Geräuschkulisse … die lässt einen einfach nicht zur Ruhe kommen und jagte uns zeitweise Schauer über den Rücken. Der Wind ist unglaublich. Erst hört man ihn, bevor man die Auswirkungen bemerkt. Es ist ein Pfeiffen und Gurgeln, als wenn jemand die Luft zunächst aus einem Gefäß saugt und dann wird dieses Vakuum ausgefüllt. Aber wie es ausgefüllt wird. Das ganze Wohnmobil und alles um uns herum scheint zu beben. Machtvoll zeigt hier der Windgott sein Können.
Letzte Anmerkung: Seit Neuestem achten wir bei unseren Übernachtungsplätzen auch vermehrt auf windgeschützte Flecken, so dass notwendiger Schlaf garantiert wird.
…und hier noch ein paar wenige Bilder  zu unserem „daily business“:
  • unser Wassermacher:IMG_5271
  • unsere Spülmaschine:IMG_5314
  • unsere Waschmaschine:IMG_5266
  • unser Trockner:IMG_5268
unser Backofen:IMG_5263das erste gebackene Brot in Hektor:IMG_5265

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