Reise 1 Teil 13:Fin del Mundo; vom Winde verweht; Pampa; Puerto Deseado; Rock Hopper

Dass Glück und Leid so dicht beieinander liegen können, haben wir in den letzten drei Tagen schmerzhaft erfahren dürfen. Nachdem uns der patagonische Wind weitestgehend verschont hatte und wir unser Auto als äußerst windresistent empfunden haben, wurden wir dann doch von einer ganz gemeinen Windböe überrascht, welche die Autotür erfaßte und aus den Angeln brach. Upps. Erst im Wind und dann plötzlich durch den Wind. Die Fahrertür liess sich nicht mehr schließen und die Tür hing nur noch an  angerissenen Angeln. Mit gaaaanz viel Gewebeband haben wir die Tür dann doch halbwegs fixiert und wollten endlich aus dieser elendigen, windigen Bucht fahren. Nur noch schnell die Sachen hinten in die Kabine legen und dann soll es weitergehen. Leider geht dabei auch die Kabinentür kaputt. Ein Problem, welches erst letztes Jahr in Kroatien entstanden war und von dem wir gehofft hatten, es nie wieder erleben zu müssen. Diese Tür steht nun unten offen und läßt sich nicht mehr öffnen oder richtig schließen. Das hat zur Folge, dass wir wieder hinten durch die Heckklappe einsteigen müssen. Grundsätzlich kein Problem, wenn man einen Tritt dabei hat, der hoch genug ist. So etwas haben wir natürlich nicht und mußten erstmal improvisieren. Irgendwie dann doch in der Kabine, müssen wir beachten, die Heckklappe nicht von innen zu schließen, weil dann würden wir ja nicht mehr aus der Kabine kommen. Sprich, wenn wir nachts schlafen, ist die Heckklappe und ist die Beifahrertür -weil auch die Zentralverriegelung nicht mehr funktioniert-  unverschlossen und wir sollten uns gut überlegen, wo wir das Auto abstellen. Wir sind ehrlich gesagt geschockt. Wo ist der nächste Toyota-Händler, der möglichst auch noch Englisch spricht?

Am nächsten Morgen entschließen wir uns, uns nicht von so solchen „Kleinigkeiten“ unterkriegen zu lassen. Auch wenn es grau in grau ist, das Auto fährt zuverlässig und wir beschließen zunächst einmal, weiter in den Norden zu fahren, um dann in dem nächst großen Ort weiter zu sehen. Doch vorher geht es noch mit einem Abstecher nach Puerto Deseado, wo eines der bedeutendsten patagonischen Meeresschutzgebiete liegt und Meerestiere in Hülle und Fülle zu finden sind.  fullsizeoutput_29eaDiesen Ort wollen wir auf keinen Fall missen. Uns ist mehrfach ans Herz gelegt worden, mit „Darwin Expedition“ eine Tour zu den Rock-Hopper-Pinguinen fullsizeoutput_29f1zu machen. Und dies ist wirklich eine wunderbare Idee. Am nächsten Tag – bei strahlend blauem Himmel und 7 Grad – fahren wir mit weiteren 8 Gästen auf einen bequemen Zodiac ca. 40 Minuten zu der Pinguin-Insel. fullsizeoutput_29edDort laufen wir völlig relaxt mit unserem Guide Roxanne direkt durch die Pinguin-Kolonien fullsizeoutput_29faund bewundern diese Tiere, die gerade alle in der Mauser sind. fullsizeoutput_29efCa. 20 Tage stehen sie hier im Wind bzw. klettern auf den Felsen herum und warten darauf, dass sich ihr Federkleid fullsizeoutput_29fcerneuert, bevor es wieder in den kalten Ozean geht. fullsizeoutput_29e9In dieser Zeit können sie nicht jagen, so dass sie vorab fressen, fressen, fressen, um für diese Fastenzeit gerüstet zu sein. fullsizeoutput_29e7Auf der Insel und der Bootstour zur Insel sehen wir nicht nur unzählige Magelan-Pinguine und Rock-Hopper, sondern fullsizeoutput_29e6auch schnuckeligenP1060505Seehunde, fullsizeoutput_2a15See-Löwen, fullsizeoutput_2a01See-Elefanten, mehrere Sorten Delfine, Albatrosse und viele Austernfischer.  Unseren Lunch geniessen wir direkt zwischen den Pinguinen fullsizeoutput_2a00mit Blick auf die relaxten Seelöwen. Alle können friedlich nebeneinander ko-existieren, wenn jeder den benötigten Freiraum des anderen respektiert. Die Seelöwen-Kolonie besteht aus ausschließlich männlichen Exemplaren ( Jungmänner, die vor Kraft nur so strotzen, aber noch nicht geschlechtsreif sind und die älteren Herren, welche in Rente sind und sich nur noch die Sonne auf den Pelz scheinen lassen wollen).

In Summe hatten wir einen wirklich ganz perfekten Tag – ich denke die Fotos geben dies ein wenig wieder.

Und sonst so?

  • Wir haben eine Zaun-Allergie; nachdem wir in Ushuaia am sogenannten „Fin del Mundo“ (Ende der Welt) waren fahren wir in den Norden und zwar durch die Pampa. fullsizeoutput_29dbNichts passiert, außer ab und zu eine Windböe. Konzentriertes Fahren wird spätestens nach 100 km geradeaus zunehmend schwierig. fullsizeoutput_29dcDa muss viel Kaffee her. Rechts und links flaches Land auf dem nichts außer Pampagras wächst und manchmal ein paar Schafe weiden. Überall Guanakos und Nandus, aber sonst wirklich nichts auf den ersten Blick zu sehen, außer Zäune. Zäune, Zäune. Dieses ganze Land ist eingezäunt.

Nachdem wir in Rio Gallegos unsere Vorräte bei Carrefour so richtig aufgefüllt haben und durch die endlose Pampa fahren, befinden wir uns in der Region Santa Cruz. Dies ist die zweitgrößte Provinz Argentiniens, aber gleichzeitig auch die am dünnsten besiedelste. Gefühlt gibt es hier deutlich mehr Pinguine und Guanakos als Menschen;

  • Endlich haben wir auch fullsizeoutput_29d4Alpakas fullsizeoutput_29d5gesehen;
  • Und dann haben wir noch so einige weitere Vögel P1060373gesehen fullsizeoutput_29ce die wir als so picturesque empfinden, dass wir sie hier einmal vorstellen wollen;
  • und übrigens -Vorsicht vor deutschen Wespen; fullsizeoutput_2946
  • Bis nach Buenos Aires sind es nur noch schlappe 2.584 km fullsizeoutput_29d9.jpegund uns beschleicht so ganz allmählich das Gefühl, dass unsere Zeit hier in Südamerika doch irgendwann zu Ende geht. Immer öfter sprechen wir darüber, was wir wieder mitnehmen, wie wir unseren Auszug planen, wie wir zum Flughafen kommen und so weiter. Die ganz große Unbeschwertheit des Reisens ist bereits ein wenig verloren gegangen, verbunden mit der wachsenden Vorfreude auf zu Hause;
  • seit gut 38 Tagen haben wir keinen Campingplatz gesehen und uns vollständig selbst versorgt. Nur Wasser und Benzin müssen wir regelmäßig aufnehmen. Hier ein paar Eindrücke unserer Übernachtungsplätze:fullsizeoutput_29dd

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„Weit ist das Land, unendlich schön!“

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