Reise 1 Teil 14: Vom Wind gefangen; Peninsula Valdez; Orcas; Tauchen mit Sea lions; Sea elephants; Puerto Madryn; Free Willy ist satt – JETZT MIT EINIGEN FOTOS!

Unser herzlichster Dank gilt unserem Pinguin-Guide Roxana; ihr haben wir es zu verdanken, dass die Autotür geschweisst und gerichtet und die Kabinentür aufgebohrt und somit wieder zugänglich ist. Roxana kannte jemanden, der jemanden kannte, der all diese Dinge innerhalb eines Tages zu einem Schnäppchenpreis (150 USD) erledigt hat. Also geht es heiter weiter.
Mit der Heiterkeit hat es sich dann aber auch ganz schnell wieder. Am nächsten späten Abend besuchen wir eine Estancia (an der Bahia Bustamente), auf der wir laut Internet umsonst übernachten können und wo Campmobile herzlich willkommen sind. Daniel, der Padre der Estancia begrüßt uns auch sogleich im Besten Englisch und zeigt uns einen Platz, wo seinen Angaben zu Folge auch all die anderen Camper bereits sehr gerne gestanden haben. Wir wundern uns zwar ein wenig, ist es doch ein Platz direkt am Strand, ohne irgendeinen Windschutz. Doch er wird schon wissen, wo ein guter Platz ist und der Tag war ja bislang auch relativ windstill. Bis 23 Uhr lauschen wir dem lieblichen Geräusch eines sehr, sehr großen Generators und fragen uns, ob es eine wirklich gute Idee war hier her zukommen. Gegen 24 Uhr bricht dann ein Unwetter los, was wir sicherlich unser Leben lang nicht vergessen werden. Mindestens drei Gewitterzellen hängen über uns. Die andauernden Blitze erhellen das Meer und unsere Umgebung gespenstisch; das Donner-Grollen spüren wir bis in die Tiefen unseres Magens, aber das ist alles nichts gegen diesen Wind. Es ist, als wenn uns der Wind unbedingt ins Meer pusten will. Und es hört und hört nicht auf. Hektor schüttelt sich, schaukelt, wackelt, ächzt und knarrt – selten hatte ich so eine Angst. Ich will zurück ins Ei. Wir halten uns fest und hoffen einfach nur darauf, dass es gut geht. Danke Daniel für diesen wirklich beeindruckenden Stellplatz.  Gegen 4 Uhr morgens fragen wir uns allmählich wie lange die Fenster dem Luftdruck noch standhalten und ob wir nicht besser unsere Bordelektrik ausmachen sollten, bevor diese von den Blitzen ggf. zerstört wird.
Erst so gegen 7 Uhr in der Frühe legt sich endlich der Wind und wir können darüber nachdenken, die Tür zu öffnen. Das hätten wir ja gerne bereits nachts getan, um an eine geschützte Stelle zu fahren. Doch nie hätten wir bei diesem Sturm auch nur eine der gerade reparierten Türen auf/ geschweige denn wieder schließen können. Eine Erfahrung die wirklich niemand braucht.
Ja und dann am nächsten Tag. Wir wollen nur weg von diesem traumatischen Ort. Wir fahren also los und wählen eine Nebenstrecke als Abkürzung zu unserem nächsten Ziel (Camarones). Wir merken bereits nach wenigen Kilometern, dass die Strasse durch das Unwetter dermassen aufgeweicht ist, dass nicht nur lehmige Teile der Fahrbahn großflächig eigentlich überall am Fahrzeug hängen, sondern es sich auch wie auf Schmierseife fährt. Wir drehen um und haben aber trotzdem noch ca. 50 km aufgeweichte Lehmstraße vor uns. Zwischenzeitlich ist Hektor gefühlt mindest 1 to schwerer. Nur noch mit dem zugeschalteten Untersetzungsgetriebe haben wir es zuletzt nur noch gaaaanz langsam geschafft, die asphaltierte Route National 3 zu erreichen. Wir sind so froh auch dieses Abenteuer überstanden zu haben. Der nächste Weg führt uns zu einer Tankstelle, an der wir mit sehr viel Wasser versuchen, Hektor wieder etwas von seiner Last zu befreien. Dies gelingt uns jedoch nur sehr begrenzt, denn der Wasserdruck ist für den Zweck völlig unzureichend.
Nach so viel Stress, muss dringend Urlaub her. Gott sei Dank meint der Wettergott es gut mit uns und die Temperaturen steigen massiv. Plötzlich haben wir wieder 25 Grad und einen einsamen Strand vor uns. Wir machen erstmal nichts mehr. Nur ein wenig inzwischen steinharten Schlamm vom Auto entfernen und einen Strandspaziergang, sonst nichts ! Das beruhigt die Nerven. Damit es dann doch nicht zu relaxt wird, hat Uwe beschlossen, mit Seelöwen tauchen zu gehen. In Puerto Madryn gibt es mehrere Tauchschulen, die dies anbieten. Scubadubadu – so heißt die Tauchschule unserer Wahl und da das Wasser ja angeblich 16 Grad haben soll, na dann – dann will ich natürlich auch mit und zwar schnorchelnder Weise.
Treffen ist für 7 Uhr morgens angesagt, was wir mit einem Stirnrunzeln akzeptieren. Doch als wir dann morgens den Sonnenaufgang beobachten können, img_6167entschließen wir uns spontan, dies öfter einmal auszuprobieren. Bei der Seelöwenkolonie, die wir besuchen, handelt es sich um eine ausschließlich weibliche Kolonie mit wunderbaren Puppies (wer braucht beim Tauchen schon Seelöwenmännchen). Die kaum reglementierte Möglichkeit mit diesen Tieren in ihrem Element zu interagieren, ist unglaublich. Kein Zeichen von Furcht. Nur ganz natürliche Neugier führt sie zu uns und Mensch und Tier lernen sich auf eine völlig entspannte, unkomplizierte Art kennen. Eine junge Seelöwendame entwickelt ein besonderes Interesse an Uwe. Erst beißt sie spielerisch in seine Taucherflossen, doch die scheinen nicht zu schmecken, so dass sie danach seinen Handrücken anknabbert. Doch offenbar schmeckt Uwe nicht so gut, wie er aussieht: Glück gehabt. Doch seine Luftblasen (vom Tauchen) finden immer mehr Seelöwen attraktiv. Diese unglaubliche Beweglichkeit und Schnelligkeit im Wasser läßt uns ehrfurchtsvoll diese Tiere beobachten, wie sie um uns herumschwirren. Die ca. 100 USD p.P. waren gut angelegt. Achja, ab und zu schwimmt auch ein ebenfalls neugieriger Pinguin vorbei. Vielleicht ein Freund aus alten Zeiten?
Von Rawson und Puerto Madryn geht es weiter zu einem unserer letzten Highlights. Peninsula Valdez. Die vorgelagerte Halbinsel zu der man jetzt Ende März und Anfang April Orcas sehen können soll, die hier die ganz jungen Seelöwen am Strand jagen, indem sie sich bis auf den Strand werfen ! Es gibt auf der ganzen Halbinsel zwei oder drei feste Punkte, an denen diese Sichtung möglich ist. Alle sind ca. 50-70 km voneinander entfernt und man darf auf der Halbinsel nicht übernachten. Also viel Fahrerei auf nicht asphaltierten Strassen. Das Wetter ist gut und wir beginnen mit dem südlichsten Punkt. Hier sehen wir eine Kolonie älterer See-Elefanten-Damen, img_6176welche sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und offensichtlich keinerlei Angst vor Orcas oder Menschen haben.fullsizeoutput_2ae3
Die letzte Orca-Sichtung am mittleren Punkt war Mitte März -also vor zwei Wochen- und am nördlichsten Punkt ist die letzte Sichtung sogar schon fünf Wochen her. Nicht wirklich vielversprechend. Wir geben Free Willy 2 Tage Zeit sich zu zeigen. Aber leider völlig vergeblich. 😦   „Unsere Orcas“ sollen vor Puerto Madryn -so berichten uns die Ranger vor Ort- bereits eine Gruppe von Delfinen und als Nachtisch noch ein paar Vögel verspeist haben, so dass „Seelöwe“ nicht mehr aktuell auf dem Speiseplan zu stehen scheint. Ich bin sehr traurig. Wale und Andrea – keine wirkliche Erfolgsstory. Doch ich werde nicht aufgeben. Irgendwo auf dieser Welt werde ich noch Wale und auch Orcas nah beobachten können. (Hoffentlich).img_6265
Auf Valdez haben wir auch die ersten großen Sanddünen img_6170gesehen, welche uns auf unserem weiteren Weg noch begleiten sollen:
img_6168
…und noch kurz am Rande angemerkt:
Auf dem Weg, direkt neben der Route National 3 (vergleichbar mit unserer A2) gibt es kurz vor Comodoro Rivadavia einen Bereich, wo man eine männliche Seelöwenkolonie img_6263direkt vom Parkplatz aus beobachten kann. Diese Tiere sind hier völlig ungeschützt und tollen im Meer umher bzw. dösen im Abendlicht. Diese Ungeschütztheit verführt zu Leichtsinn. Nur ein kleines Hinweisschild weisst darauf hin, dass es sich um wilde Tiere handelt, und man 10-20m Abstand halten solle. Doch dem freiheitsliebenden Argentinier ist dies ziemlich egal. Mit Kind und Kegel bedrängt man die Tiere, um möglichst ein perfektes Selfie-Foto mit dem Handy zu bekommen. Für mich befremdlich, doch auch bei Uwe beobachte ich, dass er versucht, einem Einzelgänger recht nahe zu kommen – allerdings bleibt dieser unbeeindruckt von Uwes Avancen.
….und dann gab es noch diese Tiere, über die wir mehr oder weniger gestolpert sind:
Geier:img_6272
neugierige Gürteltiere:img_6178
und sonstige: img_6259
 und dieser noch:
img_6279
Unsere letzten Schlafplätze img_6169waren wieder sensationell ( seit 53 Tagen waren wir nicht mehr auf einem Campingplatz, die Begegnung mit Dragoman hat Spuren hinterlassen).
img_6181
„Happiness isn´t about getting what you want all the time. Its about loving what you have and being grateful.“

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