Overlanddriver

Reise 1 Teil 15: Lobos, Lomos, Loros

Nachdem ich in den letzten 14 Teilen immer ziemlich viel geschrieben habe und wir seit Peninsula Valdez im absoluten Urlaubsmodus sind, sollen in diesem Teil die Fotos im Vordergrund stehen. Getreu nach dem Motto, ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Lobos:
Mutter-Kind-Schwimmkurs: img_6280Es ist wunderbar mit anzusehen, wie die Seelöwen-Mütter ihren Kindern das Schwimmen beibringen. Immer dicht an der Seite der Kleinen werden Bahnen um Bahnen im Flachwasser gezogen und bei den wirklich schwierigen Passagen (nämlich wenn es darum geht, die zum Teil steile Küste wieder hoch zu klettern),  ja da wird von unten ordentlich geschoben und gedrückt, so dass das Kleine auch diese Passage meistern kann.
Baby-Schwimmbecken: img_6257Bei Flut bilden sich auf den Felsplateaus große Wassertümpel, die ganz offensichtlich von den ganz kleinen Seelöwen als Planschbecken genutzt werden. So wird der erste Kontakt zum Element Wasser ganz unkompliziert geübt. Unglaublich, welche Lebensfreude wir aus der Ferne beobachten dürfen. Wie kleine Kinder tollen die Seelöwenbabies im seichten Wasser umher. -Knuuuuuutsch-.
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Wissen, was keiner braucht:
Die Seelöwen in der Antarktis wurden nicht wie ihre Verwandten in Argentinien jahrzehntelang gejagt und sind somit viel weniger ängstlich im Kontakt mit Menschen. Aber auch hier in Argentinien kann man den Tieren doch noch sehr nahe kommen.
Seelöwen benutzen im Gegensatz zu Seehunden und See-Elefanten ihre beiden Vorderflossen als richtige „Beine“, während ihre lieben Artgenossen sich an Land mehr oder weniger mit dem Körper vorwärts schieben.
In „Punts Bermeja Wildlife Refuge“ sehen wir eine der größten kontinentalen Seelöwenkolonien img_6255und wir sind wirklich beeindruckt. Wenn wir Orca wären, würden wir hier unser Fressen suchen. Hunderte von Seelöwen (Männchen, Weibchen und weibliche Seeelefanten) verweilen hier auf den Felsen und fischen im Wasser. Kinder schreien nach ihren Müttern; Väter brüllen sich an, weil sie den besten Liegeplatz beanspruchen; Mütter rufen nach ihren Kindern; dazwischen hungrige Vögel auf der Suche nach schwachen Kleinen. Wir dürfen das alles aus der Vogelperspektive beobachten und können es eigentlich gar nicht begreifen, dass wir an so einem Ort sein dürfen. img_6256
Loros:
In El Condor verweilen wir 4 Nächte. img_6253Der Ort gleicht einer Geisterstadt, jetzt in der Nebensaison stehen die meisten Ferienhäuser verweist am Strassenrand und auch die drei Restaurants sind geschlossen. Ansonsten macht El Condor nicht unbedingt seinen Namen Ehre. Kondore gibt es hier nicht. Nur die nahe Steilküste ist voll von „Tonnen“ von Papageien, img_6254welche dort ihre  Nester in der Steilwand haben. P1080091Das unmelodische Geschrei bzw. das Gekrächze der Vögel ist durchdringend. Dennoch: ihre Farbenpracht, ihre Flugfähigkeiten und wie sie als Schwarm P1080347mögliche Greifvögel vertreiben – sensationell. SP1080351tets als Duo sitzen sie in ihren Appartements und beäugen uns mißtrauisch von oben.
Lomos:
Die Atlantikküste ist ja bereits seit einiger Zeit geprägt durch Steilküste img_6271bestehend aus mehr oder weniger ausgewaschenem Sandstein. img_6168Auch meterhohe Sanddünen img_6170prägen das Bild img_6269und diese schieben sich vom Wind getrieben auch mal über die Strassen, auf denen man selbst hier noch Rinder finden kann. fullsizeoutput_2b21Ansonsten haben wir uns tatsächlich davon überzeugt, dass es in der Provinz „La Pampa“ endlich die riesigen Rinderherden gibt. Steaks auf vier Beinen, friedlich grasend gemeinsam mit wilden Pferden und Schafen, Nandus und Rehen.
Auf jeden Fall haben wir seit neuestem ein Steak-Besteck und das aus gutem Grund.
Sonstiges:
Tote Pinguine: An jedem der von uns in letzter Zeit besuchten Strände haben wir tote Pinguine gesehen. Für diese interessieren sich max. ein paar Geier, aber sonst wirklich niemand.img_6187
Muschelfriedhof: img_6284In San Antonie d`Oeste finden wir erneut eine kleine img_6278Seelöwenkolonie img_6263im Abendlicht. img_6261Der Weg hierher img_6262besteht aus Millionen von Muscheln, was uns Muschelliebhaber ganz sentimental werden lässt. img_6283Keine Chance die schönste Muschel zu finden, oder sich für einige Wenige zu entscheiden.
Flamingos „satt“: img_6259Was haben wir uns am Anfang über jeden Flamingo gefreut. Aufwendig habe ich mich angepirscht. Heute haben wir uns so daran gewöhnt, dass fast auf jedem Gewässer hier Flamingos leben, dass wir es teils nur noch beiläufig wahrnehmen. Dennoch – was für wunderschöne Tiere-, besonders im kerzengrade gestreckten Flug. P1080341
Müll: auch hierzu ein Halbsatz. img_6274Leider haben wir es in letzter Zeit immer öfter beobachtet, dass Mülldeponien außerhalb der Orte entstehen. Sprich man bzw. die Müllabfuhr fährt in Bezirke an den Ortsrand und schüttet den diversen Müll in die weite Gegend. Tiere und Wind erledigen dann den Rest, so dass diese Flächen großräumig sehr, sehr desolat aussehen.
Schlafplätze: Manchmal muss es aufgrund des Windes auch ein Hauseingang sein, img_6281oder er sieht einfach so img_6194aus:img_6268
So sehen wir aus, wenn wir uns mit Seelöwen vergnügen wollen:img_6067
Nachlese img_6276zu unserer „Lieblings-Estancia“:img_6031
Einfach schön: img_6258
Sonnenuntergang img_6267am Atlantik:img_6273
Man möchte all diese Momente sooo tief aufsaugen und konservieren. Wie kann man es schaffen, diese Momente des Glücks festzuhalten ?  Wird es uns gelingen, uns diese Augenblicke wieder in Erinnerung zu rufen, wenn es mal wieder hektisch im Alltag wird ? Hat uns dieser Trip vielleicht doch verändert und wir merken es nur noch nicht? Erst hier in El Condor, wo wir erstmalig etwas länger an einem Ort und zudem noch in der Einöde sind, fangen wir an, uns auch über solche Fragestellungen Gedanken zu machen. Wie lange benötigen wir wohl, bis wir alle Erlebnisse wirklich verarbeitet haben. Unseren jetzigen Zustand darf man gerne als tiefenentspannt bezeichnen. Dieses Gefühl wollen wir auf jeden Fall solange wie möglich beibehalten.
Dies ist übrigens mein vorletzter Beitrag für diese Reise. Nur noch ca. 14 Tage und dann sind wir wieder zurück in der Heimat und es wird noch über das Glück des Nachhausekommens zu berichten sein !
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„Wir sind all in der Gosse, aber manche von uns blicken hinauf zu den Sternen.“  – Oscar Wilde

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