Reise 2 Teil 20: Berge und mehr…., Mendoza, Anden, Wein

Nachdem uns bei Ari sehr klar geworden ist, dass wir die späte Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär auf gar keinen Fall anstreben, haben wir uns verabschiedet und sind über Mendoza Richtung Salta aufgebrochen. Unser großes Ziel im Norden ist Bolivien – doch der Weg ist weit und der Weg ist auch ein Ziel.

Zunächst einmal wollen wir die schneebedeckten Anden mit dem höchsten Berg Südamerikas (Aconcagua, fast 7.000 m) bei Mendoza bewundern. Dies kann man am besten mit einem Glas Rotwein in der Hand und einem großen Steak auf dem Teller machen.

Deshalb besuchen wir diesmal die Bodega von Dieter Meier (bekannt von der Band Yellow), welcher überraschender Weise tatsächlich 98% seiner Weinproduktion nach Deutschland und in die Schweiz exportiert. Es ist ein absolut perfekter Tag und wir können soviel hervorragenden Wein „tasten“, dass wir gleich in der Bodega über Nacht stehen bleiben (müssen :)).

Von Mendoza aus führt unser Weg immer entlang der Andenkette, mit all den beeindruckenden Gipfeln, viele über 6.000 Meter hoch. Ein Wow-Effekt jagt den anderen; hinter jeder Kurve eine neue unglaubliche Szenerie und das beste daran – wir sind alleine. Die  Strasse führt Kilometer um Kilometer schnurgerade aus. Aus der saftigen grünen Landschaft bei Mendoza wird ein staubiges grau-braun. Unsere Schlafplätze sind spektakulär, zum Teil auf fast 3.000 m Höhe mit direktem Blick auf den 2. höchsten Berg der Region. Die Andenkondore sind neugierig und ziehen immer enger werdende Kreise über uns Quartier. Im Nationalpark El Leoncio, in dem wir eine kleine Wanderung machen, wurde am Tag zuvor eine Puma-Mutter mit Kind beobachtet, doch wir sind leider nicht die Glücklichen. Dennoch – hier leben diese fast ausgerotteten Großkatzen.

Die Bergpanoramen, die wir hier auf unserem Weg erleben, sind extrem abwechslungsreich und müssen sich nicht hinter den bekannten amerikanischen Nationalparks verstecken. Das Auge staunt und staunt, der Fotoapparat kann hier nur schwächeln. Es ist, als wenn Giganten die Erdoberfläche gefaltet und geknetet hätten, mal scharfkantig, mal abgerundet. Herr Wind und Frau Wasser, oder auch umgekehrt haben Ihres dazu beigetragen, dass die skurrilsten Formen entstehen konnten. Eine Fee hat über die unterschiedlichsten Gesteinsformen noch Ihren Farbtopf mit Rot/ Ocker/ – und Brauntönen ausgeschüttet, so dass in der Abendsonne die Berge in den buntesten Farben glühen.

Patagonien war zweifelsfrei beeindruckend, doch diese Seite von Argentinien ist für uns völlig überraschend, wunderschön, viel einsamer als gedacht und mindestens genauso schön wie Patagonien, wenn nicht sogar beeindruckender.

Und was haben wir sonst noch erlebt:

  • Die Tankstellendichte hat deutlich abgenommen; teilweise wird nur widerwillig vollgetankt; Kreditkarten werden nicht mehr selbstverständlich angenommen;
  • Die Wege durch die Berge sind zum Teil super eng und es kann passieren, dass man vor einem Tunnel steht ohne jegliche Höhen-/Breitenangabe. Da geht man doch lieber erst einmal zu Fuss durch, um ein Gefühl zu bekommen, ob Hektor vielleicht durchpassen könnte;
  • Weil ein LKW Fahrer mich am Wegesrand hat fotografieren sehen, hält er an und fährt dann vor, um uns zur nächsten Sehenswürdigkeit zu bringen – nochmals vielen Dank;
  • Wir sind im Gaucho-Land und die traditionellen Häuser werden aus Lehm gebaut; wir möchten hier definitiv nicht einziehen;
  • Die ersten Perspektiv-Fotos wurden gemacht – auf einem großen ausgetrockneten See haben wir unsere ersten Versuche unternommen …  und während wir so da sitzen, kommt ein Bus mit argentinischen Schulkindern auf die ca. 50 Quadratkilometer große Fläche gefahren und hält fast neben uns an. Wo auch sonst?
  • Wenn man sich schon mit kaltem Wasser duschen muss, dann wäre es a) schon schön, wenn man keine 8-beinigen Mitduscher hätte und b) wenn man nicht -„Wasserdruck bedingt“- über Gebühr lange unter dem Strählchen stehen müsste; so geschehen auf unserem allerersten und allerletzten Campingplatz;
  • Eigentlich hätten wir es besser wissen müssen: Ein Campingplatz auf einem Sonntag ist eine Freiluftdisco mit unzähligen selbsternannten Discjockeys. Bis tief in die Nacht – 4 Uhr morgens – wird unter freiem Himmel getanzt und definitiv nicht geschlafen;
  • Dafür haben wir ganz wunderbar an einem anderen Platz direkt am Abgrund geschlafen – wir hatten ja auch einiges nachzuholen. Der Ausblick war mal wieder grandios;
  • Die Temperaturen schwanken wie die Höhen auf denen wir uns befinden – mal auf 1.000m mal auf 3.000 m Höhe, so daß wir morgens häufig max. 10 Grad – jedoch abends um die 30 Grad ertragen;
  • Je weiter wir in den Norden kommen, desto mehr verändern sich die Gesichter. Die Gesichter werden breiter, die Haare schwärzer, der europäische Einschlag wird durch den bolivianischen, indigenen abgelöst.
  • Im Ort Cafayate lernen wir den nur hier angebauten Weißwein Torrentes kennen. Hier liegen die weltweit höchsten Weinanbaugebiete auf 2.700 m Höhe, welche durch fast 300 Tage Sonne höchste Qualität erreichen. Wir haben uns auch hiervon natürlich gerne persönlich überzeugt.

Von Cafayate geht es dann direkt weiter zur ziemlich letzten großen Stadt im Norden Argentiniens: nach Salta, der Schönen. Wir sind gespannt. Dazu bald mehr.

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