Overlanddriver

Reise 2 Teil 21: Ein Zug auf 4.200 Meter Höhe; Salta – die Schöne; Cachi – die Wunderschöne

Die Tour von Cafayate nach Salta ist wirklich spektakulär. Dass sehen leider nicht nur wir so, sondern auch Massen an anderen Touristen. Bevor wir wissen wie uns geschieht, steht Hektor zwischen diversen Bussen eingezwängt und wir pilgern mit vielen anderen Touristen zu den steinernen Sehenswürdigkeiten dieser Strecke. Dennoch, das Ganze hat auch etwas gutes. Spontan stellen sich 3 Musiker zusammen und singen und musizieren in dem Felsendom, dem sogenannten Amphitheater. Genau hier ist der richtige Platz für so eine Darbietung; wunderschön, da vergisst man fast die anderen Touristen.

Salta, die hochgelobte Stadt im Norden, die Schöne. Ja, es gibt einen wunderbaren Platz mit gut erhaltenen Gebäuden im Kolonialstil und eine wirklich interessante und eindrucksvolle Kathedrale. Es gibt auch eine Fussgängerzone und für uns viel wichtiger, eine offene Wechselstube. Unsere Erwartungshaltung war schon nicht sehr hoch und das ist auch gut so. Sehr schnell sind wir wieder unterwegs in den Bergen.

Stellt euch vor, ihr plant einen Ort aufzusuchen, der mindestens auf 4.200 Metern Höhe über Meeresspiegel liegt. Auf 1.000 Meter Höhe sind morgens 11 Grad, was macht ihr? Wie kalt muss es dann auf 4.000 Meter Höhe sein? Also ich habe meine Winterjacke, Handschuhe und Mütze herausgeholt, um schließlich festzustellen, dass hier alles gaaaanz anders ist. Hier ist mit die trockenste Gegend der Welt; Regen oder Schnee gibt es nur an ganz wenigen Tagen, fast immer herrscht „ knalle blauer Himmel „ – auch in 4.200 m Höhe. Sprich – ich habe das ganze Equipment kein Stück gebraucht, im Gegenteil – Uwe und ich haben in unseren dicken Hosen bei fast 20 Grad geschwitzt.

Dennoch die Tour hoch zum Viaduct „La Polvorilla“ ist Abenteuer pur. Wir fahren auf ungeteerter, kurviger Strasse, die an vielen Stellen max. so breit ist, dass Hektor sich wohlfühlt – und wenn dann Gegenverkehr kommt…   Dieses Viadukt ist die Endstation des Zuges „Tren a las Nubes“, der Zug in den Wolken, welcher mit seinen max. 468 Passagieren früher einmal eine Strecke von 217 km und einen Höhenunterschied von fast 3.000 Meter überwunden hat. Heute fährt er nur noch ca. 13 km, und wir haben Glück, dass wir ihn nicht nur im Bahnhof, sondern auch in Fahrt sehen können. Wir stehen mit 4 anderen Deutschen am Fuße des Viaduktes und sehen die eindrucksvolle Ankunft des Zuges auf fast 4.400 Meter Höhe. Nebenbei dürfen wir unseren ersten Lamas Hallo sagen.

Eigentlich wollen wir von hier aus Richtung Cachi weiterfahren und somit einen weiteren Pass mit einer max. Höhe von 4.900 Meer überqueren. Doch gegen 14 Uhr merken Uwe und ich, dass uns nicht nur leichter Schwindel, sondern auch zunehmender Kopfschmerz zu schaffen machen, so dass wir uns vernünftiger Weise dagegen entscheiden und schnell wieder deutlich tiefer fahren. Erst als wir wieder eine Höhe von 2.500 Meter Höhe erreichen, geht es uns allmählich besser. Vielleicht hätten wir wie die Einheimischen Coca-Blätter kauen oder zumindest einen Coca-Tee kochen sollen. Was noch nicht ist, kann ja noch kommen.

An dieser Stelle wollen wir noch schnell die Fahrradfahrer erwähnen, die uns auf dem 4.200 Meter hohen Pass begegnet sind und die zudem Ihren Hund im Anhänger transportierten. Hut ab vor dieser Leistung.

Die 158 km lange Strecke von Salta nach Cachi gehört laut unserem Reiseführer zu den spektakulärsten Strassen dieser Welt. Wirklich wunderschön, zunächst fahren wir durch die dichtbewaldeten grünen Yungas , satt-grüne Bergregenwälder, um uns dann in endlosen nicht asphaltierten Serpentinen in die Höhe zu schrauben. Am Ende kommen wir auf eine riesige, flache Puna- trockene Hochebene an. Hier wachsen nur noch Kakteen. Die Erdgeschichte liegt hier vor einem, wie ein offenes Buch – doch wir können Sie nicht wirklich gut lesen, sondern nur über die farbenfrohen Bergformationen um uns herum staunen.

Kurz vor Cachi, auf der Hochebene mit einem 360 Grad Rundblick ,halten wir es trotz starkem Wind 2 Tage aus. Unsere Augen können sich an den unterschiedlichen, farbigen Felsformationen nicht sattsehen. Wir wandern durch Canyon und ausgetrocknete Flussläufe.

Auch Cachi, die weiße Stadt mitten in der Puna besuchen wir und erfreuen uns an den touristischen Angeboten wie Kaffee, Empanadas und Internet.

Uns geht es gut – nur leider zieht aus dem Tal Regen auf. Mal sehen, ob und wie wir morgen wieder nach Salta zurück gelangen.

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