Reise 2 Teil 23: Magisches Uyuni, versalzener Hektor, Ollague- Chile

Obwohl ich mich schon früh am morgen übergeben muss, brechen wir auf nach Uyuni, um die größte Salzwüste dieser Welt zu erobern:

Circa 10.000 Quadratkilometer. Die Stadt Uyuni selbst ist ernüchternd, wie all die anderen Städte, die wir vorher gesehen haben. Tiefe Schlaglöcher säumen die Strasse, lieblos ein paar Hotels, nichts, was einen zum Anhalten einlädt. Der Bahnhof könnte bei dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ der Hauptakteur gewesen sein. Weiter geht es.

Wo ist die Salz-Wüste? Auf 3.600 Meter ü.M. sehen wir eine grosse weisse Fläche immer näher kommen; und dann ist es endlich so weit. Wir sind auf der SALAR. Nur wenige Fahrspuren weisen uns einen möglichen Weg. Zunächst zieht es uns aber in das bekannte Salzhotel (die wesentlichen Bauteile sind aus reinem Salz gefertigt) und siehe da – Zivilisation, an einem Ort, an dem wir es nun wirklich nicht erwartet hätten. Das Hotel hat alles, was sich ein europäischer Tourist wünschen würde. Wir werden sogar zu einem  Kaffee eingeladen und bewundern einfach nur das geschmackvolle Interieur sowie die tolle Aussicht auf die Salar.

Doch nach dieser kleinen Stärkung geht es endlich in die weisse Wüste; Salz soweit das Auge reicht. Wir halten an und machen das, was fast jeder hier macht: Perspektiv-Fotos. Reine Magie, die die Wüste für uns bereit hält. Oft belächelt, aber wir finden es großartig. Wir haben wirklich viel Spaß und die Zeit rennt. Uns ist klar, dass wir an einem einmaligen Ort unserer kleinen Welt angekommen sind. So einen Ort werden wir wohl nie wieder sehen. Alles ist so unreal. Wir versuchen mit all unseren Sinnen soviel wie möglich aufzunehmen und zu speichern.

Je weiter wir in die Mitte der Wüste vordringen, desto mehr blauschimmernde und mit Wasser gefüllte Löcher erscheinen in der sogenannten„Strasse“. Wir steigen aus und erkennen, dass wir uns hier einen fetten Fahrzeugschaden holen können, wenn wir es nicht schaffen an diesen Löchern vorbei zu kurven. Die Fahrt wird auf einmal richtig anstrengend. Und aufgrund des feuchter werdenden Untergrundes versalzt unser Hektor heftig.

Die sog. Inseln, die es in der Salar gibt, besuchen wir auch, doch hier herrscht Tourismus pur. Alle Tourveranstalter kommen hierher, bieten Essen und Trinken – und vor allen Dingen Toiletten an. Wir brauchen das alles nicht, bewundern noch kurz die Tatsache, dass es hier sogar einen regelmäßigen Busdienst und gibt und fahren weiter. Kurz vor 17 Uhr finden wir einen Punkt – mitten im Weiss – auf der wir trotz Wind einfach stehen bleiben und nächtigen wollen. Wir wollen den Sonnenuntergang und den Sonnenaufgang direkt auf der Salzwüste erleben. Und genau das tun wir dann auch. Nachts wird es empfindlich kalt -unter 1 Grad-, doch sobald sich die Sonne zeigt, steigt das Thermometer auch wieder auf 13 Grad und mehr. Ein unvergesslicher Tag.

Leider geht es mir überhaupt nicht besser, so dass Uwe den schnellsten Weg in den Süden (sprich in die Tiefe) sucht. Wir nehmen den Südausgang des Parks (bezahlen selbstverständlich auch noch einmal dafür, dass wir den Park verlassen) und fahren dann ca. 3 Stunden u.a. durch ein  riesiges ausgetrocknetes Flussbett, entlang mehrerer über 5.000 Meter hoher Vulkane und wüstenhafter Landschaften Richtung Chile.

Ollague – so heißt der Grenzort;  irgendwo am Ende dieses einsamen Weges durch grandiose Natur soll die Zivilisation auf uns warten. Ich kann kaum an etwas anderes denken. Abgekämpft, aber gerade noch rechtzeitig erreichen wir endlich die Grenze um 12.28 Uhr. Um 12.30 schließt die bolivianische Seite und was macht der bol. Grenzer? Er hält uns einen Vortrag, dass man ohne einen entsprechenden Einreisestempel nicht ausreisen darf. Doch diesen können wir leider nicht vorweisen. Mit „Freude“ erinnern wir uns an die Eis essenden Grenzer, die einfach keine Lust hatten, uns einen Stempel in den Reisepass zu drücken. Doch es ist Siesta-Zeit und ohne weitere Fragen haut er uns schließlich einen Stempel in unseren Pass, als seien wir erst in Bolivien angekommen. So what. Es reicht um nach Chile zu kommen.

Wir freuen uns wirklich über die Ankunft in Chile. Schon auf der Hälfte der Strecke im sogenannten Niemandsland sehen wir nach langer Zeit wieder – ASPHALT-. Doch mit den chilenischen Grenzern ist nicht gut Kirschen essen. Wir kennen das ja schon von unserem letzten Trip. Es wird aus unserer Sicht relativ willkürlich alles mitgenommen, was man im Kühlschrank hat. Da wir ja eigentlich über die 3-5-tägige Lagunenroute nach Chile wollten, ist unser Kühlschrank unerwartet voll mit bestem argentinischen Rinderfilet und vielen anderen Dingen. Alles wird uns abgenommen, Obst, Gemüse, Milch, Käse und das Fleisch. Erstmals wird auch vorne das Auto durchsucht und der Grenzer hätte wohl gerne zum Fleisch auch noch ein paar Flaschen argentinischen Rotweins. Auf jeden Fall wird mehrfach moniert, dass wir eigentlich zu viel Wein dabei hätten. Doch um diesen kämpfen wir – und dürfen ihn dann auch behalten.

Nun haben wir nur noch ein Ziel- möglichst einen Platz finden auf unter 3.000 Meter Höhe. Wir fahren stundenlang geradeaus nach unten. Kurven gibt es hier nicht. Einfach nur nach unten, pfeilgerade – vorbei zunächst durch eine weitere großartige Vulkanlandschaft und vielen kleinen Salzwüsten.

Wir finden einen Ort, an dem wir uns erstmal 3 Tage ausruhen und genesen müssen, bevor es weiter Richtung Pazifik geht.

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