Overlanddriver

Reise 2 Teil 24: wüste Wüste; Atacama Wüste; endlich am Pazifik -Chile!

Von nun an geht es bergab mit uns. Wir haben nur noch ein Ziel – endlich Urlaub machen am Pazifik. Nur noch 3.000 Höhenmeter und eine der trockensten Wüsten dieser Erde trennen uns. Wir wollen und müssen uns von den vielen Eindrücken der letzten Wochen erholen.

Einmal durch die Atacama-Wüste zu fahren, war mein lebenslanger Traum. Wer hätte gedacht, dass wir jetzt bereits eine ganze Woche durch diese riesige Wüste fahren und immer noch staune ich und versuche, die unendliche Weite mit meiner Kamera einzufangen. Immer wieder verändert die Wüste ihr Erscheinungsbild; mal sandig weiß, mal schmutzig rostbraun, mal steinig, mal flach und dann wieder durchzogen von steilen Felsformationen.

Auf den ersten Blick sieht alles tot aus, eine Kulisse für jeden Endzeitfilm. Doch diese Wüste lebt – zwar wachsen hier max. ein paar Kakteen – aber es ist eine riesige Männer-Sandkiste. Hier gibt es nicht nur die größte Kupfermine der Welt, sondern auch noch gaaaanz viele kleine Minen. Es ist wie ein Bienenstock. Überall sieht man die roten Pickups der Minenarbeiter. Der gesamte Erdbereich ist kartografiert, umgebuddelt und überall gibt es bunte Abraumhalden oder Löcher/Zufahrten in die Berge.

Bei der Durchfahrt durch die Wüste sehen wir riesige Fabrikanlagen mitten im Nichts stehen. Wir wundern uns und wüßten gerne, was hier weiterverarbeitet wird. Da wir mal wieder auf Internet Diät sind, wird es noch ein wenig länger ein Geheimnis bleiben.

Überhaupt wundern wir uns über Chile. Im Vergleich zu Bolivien und Argentinien ist Chile deutlich industrialisierter bzw. nach europäischer Lesart entwickelter. Hier gibt es Fussgängerwege, Ampeln – die beachtet werden, Häuser mit Wasser- und Stromanschluss, Supermärkte, die mit unserem Märkten konkurrieren könnten – hier im Norden geht es vielen Chilenen sichtbar gut.

Dann haben wir endlich den Übernachtungsplatz erreicht. Einer – der bestimmt in die Top 10 – kommt. Ein Mirador, von dem wir erstmals den Pazifik im Abendlicht schimmern sehen können. Wir sind sehr begeistert. Ein wirklicher Traumplatz.

Und am nächsten Tag haben wir es dann nach 3 Tagen endlich geschafft. Wir sind am Wasser angekommen und kurven die nächsten Wochen jetzt nur noch in max. 100 km Abschnitten an der chilenischen Küste entlang. In der Nähe von Taltal fahren wir an einen Strand, an dem die Wüste den Pazifik küsst und wir seit sehr langer Zeit gleich zwei andere Overlander stehen sehen. Da diese direkt auf dem Strand stehen, setzt der Lemminge Effekt ein und wir fahren ohne weiter nachzudenken auch auf den deutlich zu tiefen Sand … und bleiben natürlich stecken.

„Einfach mal Luft ablassen“ – ist ein guter Tip des mitreisenden Chef-Juristen für den nächsten Tag. Bille und Thomas, die mit ihrem IVO dem Schrecklichen bereits 1 1/2 Jahre unterwegs sind, kommen auch nicht darum, diesen Tip zu beherzigen, so dass wir letztlich alle wieder die Sandpassage zurück kommen. Ein Grund zu feiern und schon beschließen wir, noch einen Tag gemeinsam zu verbringen. Wir verstehen uns auf Anhieb und haben viel Spaß. Noch mehr Spaß hätten wir vielleicht gehabt, wenn die Fischer vor Ort uns Fisch verkauft hätten – aber für uns vier gibt es keinen Fisch ! Dann halt Nudeln. Das geht immer.

Da beide Teams in die gleiche Richtung fahren wollen, ist bald klar, dass wir uns bestimmt noch einmal wieder treffen – und so passiert es dann auch.

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