Overlanddriver

Reise 3 Teil 28: Shocking Uruguay; welcome Hector; the long, long way to Iguazu

Wer hätte gedacht, dass Brasilien wirklich soooo groß ist. Von Manaus fliegen wir tatsächlich noch einmal ca. 7 Stunden bis wir endlich in Montevideo, Uruguay landen. Jetzt noch schnell in den Bus und schon sind wir bei unserem Hector. Wir wundern uns nur kurz darüber, dass unsere Mitpassagiere Mützen und dicke Jacken aus dem Gepäck rausholen. Tatsächlich haben wir hier in Uruguay nur lausige 9 Grad Tageshöchsttemperatur bei einer steifen Brise. Wir kommen in Flipflops und kurzer Hose an und können gar nicht so schnell die Taschen öffnen, um endlich auch an die Jacken zu kommen, wie wir frieren.

Hector empfängt uns freundlich. Kein Haustier wartet auf uns, es riecht zwar streng, aber das liegt nur an einem Dieseladditiv, was im „Keller“ ausgelaufen ist. Ein Problem, was wir schnell in den Griff kriegen. Was wir nicht so schnell in den Griff bekommen sind unsere Körper. Die weigern sich, von 36 Grad auf 9 Grad umzustellen. Uns ist kalt!!!! Wir versuchen schnellstmöglichst alles wieder an seinen Platz zu schaffen, so dass wir Richtung Norden aufbrechen können und wieder in die Wärme dürfen.

Nach 2 Nächten brechen wir endlich auf und bereits nach gut 30 km geraten wir in die erste Polizeikontrolle. Wir zeigen alle möglichen Unterlagen – jedoch nur in eingeschweißter und kopierter Form. Der Polizist ist ein Hector Fan, macht ein Foto und weisst uns darauf hin, dass wir eigentlich die Originale vorlegen sollten. Wir schauen uns an und fragen uns, wo die sind. Die nächsten Stunden werden ungemütlich. Muss einer von uns wirklich nach Hause fliegen, fahren wir über die diversen Grenzen ohne Originalpapiere? Wir diskutieren uns die Köpfe heiß. Gott sei Dank finden wir am Abend alle notwendigen Papiere und können wieder lachen.

Wir haben uns entschieden, zunächst ein Stück an der Atlantikküste entlang zu fahren und dann Südbrasilien zu durchqueren, bis hinauf nach Iguazu zu den Wasserfällen. Zunächst einmal haben wir das Vergnügen, die sogenanten Wasserschweine – „Capivaris“- zu sehen. Leider sehen wir nicht nur schwimmende und grasende, nein auch alle paar 100 Meter ein totes Tier. Die Strasse führt mittig durch ein Sumpfgebiet und die armen Schweine haben leider keine Ampeln bekommen.

Es wird zwar endlich wärmer und zwar bis zu 39 Grad und wir können die dicken Klamotten schnell wieder wegpacken. Dennoch, die Sonne sehen wir nicht. Wir fahren durch die Region Parana, welche am Stärksten von den Buschbränden betroffen sein soll. Wir können es fast körperlich spüren. Die Luft ist grau, ohne Konturen, keinerlei Weitsicht – Staub, Qualm, der sich mit den Abgasen der viel zu vielen LKWs, die sich auf den buckeligen Strassen mit uns gemeinsam lang quälen, vermischt. Es ist definitiv nicht schön.

Die Landschaft hier in Südbrasilien besteht nur noch aus riesigen Feldern – Soja, Mais, Getreidefelder soweit das Auge reicht. Riesige Siloanlagen prägen das Bild. Die Landschaft ist leicht hügelig. Vom Dschungel ist hier nichts mehr zu sehen. Deutlich ist ein allgemeiner Wohlstand zu bemerken. Viele moderne Autos, bunte Häuser, kein Müll auf den Strassen.

Von den Strassen Argentiniens sind wir ja schon so einiges gewöhnt, so dass wir uns über die Löcher, Buckel, Verwerfungen der brasilianischen Strassen gar nicht mehr aufregen. Nur mein Rücken schwächelt einen Tag lang. Was uns wirklich stört sind die unglaublichen Überholmanöver der LKW Fahrer. Wenn die LKWs voll beladen sind, quälen sie sich die Berge rauf und rasen die Berge hinunter, aber wenn sie ohne Ladung unterwegs sind, kennen die Fahrer keinerlei Hemmungen. Egal ob Kuppe, Kurve, einsehbar oder nicht- es wird überholt und gehupt. Bei  über 100 Stundenkilometer wird im Zweifelsfall wohl der LKW Fahrer überleben und nicht der entgegenkommende PKW Fahrer. Wir versuchen möglichst Abstand zu halten – aber es gelingt nur bedingt.

….und dann war da noch:

Hier in Brasilien versuchen wir aus Sicherheitsgründen stets auf Campingplätzen zu übernachten. Auf einem werden wir tatsächlich von 14 Hunden empfangen. Auf einem anderen klaut uns ein Hahn, der offensichtlich unter Aufmerksamkeitsdefizit leidet, die Nachtruhe durch sein permanentes Gekrähe.

Bevor wir zu dieser Tour aufbrachen wurden wir von einer angehenden Ärztin gefragt, wie wir uns denn vor Amazonas Spritzwasser schützen wollen. Denn darin leben ja bekanntlich Parasiten, die auch noch nach 20 Jahren unsere Organe angreifen können. Tja, wie sind wir damit umgegangen? Gar nicht! OK, wir baden nicht im Amazonas- aber das war es auch schon.

Hier in Brasilien finden wir keine Taschentücher zu kaufen. Nicht nur wir, sondern auch alle anderen nicht. Was dazu führen kann, dass man 10 Stunden im Flugzeug neben jemanden sitzen kann, der die ganze Zeit die Nase hochzieht. Lecker. Ein Hoch auf geräuschdämmende Kopfhörer.

Wenn 125 ml Wasser so teuer sind wie ein Caipirinha – dann bist du im Amazonas Gebiet angekommen.

Wenn rote Ampeln von Taxifahrern max. als Richtgrößen angenommen werden – dann bist du auch im Amazonas Gebiet.

Als wir in Manaus ankamen, konnten wir beobachten, wie barbarisch man mit Fischen umgehen kann. Bei lebendigen Leibe wurden Ihnen die Flossen abgeschlagen, um Sie dann völlig ungerührt auf den Verkaufstresen auszubreiten. Angeblich halten sie sich so länger frisch. Vielen Dank auch.

Wir werden weiter von den weltberühmten und hochgelobten Iguazu-Wasserfällen berichten    im nächsten Blog.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
close-alt close collapse comment ellipsis expand gallery heart lock menu next pinned previous reply search share star