Overlanddriver

Reise 3 Teil 35 Endlich Urlaub; Sonne, Strand und Meer im Norden Perus; Kulturprogramm in Trujillo

So, jetzt ist es passiert. Noch eben habe ich über die Unterschiede zwischen „reisen“ und „Urlaub machen“ lamentiert und schwuuuups, schon haben wir Urlaub gemacht. P1160632Nach einigen kleineren Abenteuern sind wir in Nord-Peru auf dem Campingplatz Swiss Wasi angekommen und fast sofort in den Urlaubsmodus gefallen. IMG_0997Campingplatz ist eigentlich der falsche Begriff, ist es doch nur ein Stellplatz für max. 4 Overlander, aber dafür direkt am Strand. P1160686Man schläft ein mit dem Geräusch des tosenden Meeres. Weißer langer einsamer Sandstrand, wenige Leute (dafür viele tote Tiere) IMG_0976und endlich haben wir die Muße, sich um uns, unser Auto (Hector wird gewaschen) und die Seele und den Körper (wir machen endlich mal wieder Sport IMG_0909) zu kümmern. Ausspannen, Lesen, mit Hilde und Jürgen (die sind nämlich auch hier) IMG_0949gemeinsam Essen kochen, quatschen – halt Urlaub machen. P1160698Wir bleiben erstmalig während unserer Tour 5 Tage an einem Ort, ohne uns zu langweilen.P1160671

Doch wie das so mit Urlaub ist, hinterher kann man sich kaum noch an die Computer-Passwörter erinnern und wir halt nur noch bedingt an die Erlebnisse vor Swiss Wasi. Von daher wird dieser Bericht über die vorherigen Abenteuer auch recht kurz, aber total relaxt verfasst. 🙂E71BF9AD-2DF9-4D56-888A-B78C1D1B315F

Zunächst einmal wäre da der Enten-Canyon (Canyon de Pato) zu erwähnen. Unser Weg aus den Cordilleren von 4.000 Meter hinab zur Küste, soll natürlich dramatisch sein. Ein würdiger Abschluss dieser Bergrundfahrt….. und das ist er dann auch. P1160488Eigentlich will ich schon lange nicht mehr fotografieren, denn wir haben einfach zu viele Fotos. Der Fotoapparat ist eingepackt und soll dort auch bleiben. Aber … es geht leider nicht. Die senkrechten Felswände ragen auf der einen Seite himmelhoch und fallen auf der anderen Seite in bodenlose Abgründe (die Seite auf der meistens der Beifahrer sitzt (:( ). P1160494Die Piste ist eng, sehr eng und windet sich wie ein Wurm direkt am Berg hinunter. Alles kein Problem, wären da nicht die 35 Tunnel, die mich mal wieder grau werden lassen. In der Regel sind die Tunnel kurz, dafür aber viele hintereinander. P1160498Wir fahren in die Tunnel hinein ohne zu wissen, ob wir Gegenverkehr zu erwarten haben. Nur die Vorstellung, dass uns ein Fahrzeug entgegenkommen könnte, lässt mich bereits innerlich erstarren. Die Tunnel sind dunkel und eng. Keinerlei Licht, alles uneben, die Strasse mit Löchern überseht. P1160506Hier rückwärts fahren – wir= Uwe würde Hector nur mit sehr viel Ruhe und Geduld heile heraus bekommen. Also versuchen wir den möglichen Gegenverkehr auf uns aufmerksam zu machen, indem wir laut hupend durch diese Tunnel tuckern und tatsächlich wir schaffen es. Unsere Glücksfee hat vollen Einsatz. 3 entgegenkommende Busse erleben wir jeweils außerhalb der Tunnel- auch nicht schön, aber machbar.P1160510

Dann wird es Zeit, dass Beyers endlich mal Kultur aufnehmen. Da wir ja Machu Pichu nicht besuchen, haben wir offiziell ein Defizit an „Inka-Kultur“. Das soll sich in Trujillo ändern. Ein Ort an der peruanischen Küste, an dem bereits 2 Völker -nämlich die Mochica und die Chimus- deutlich ihre Spuren hinterlassen haben. Beide Völker wurden letztlich von den Inkas besiegt.

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Zunächst besichtigen wir die Pyramide Huaca de la Luna (oder das, was davon noch übrig ist), IMG_0784welche gemeinsam mit ihrer Schwester Pyramide Huaca del Sol laut unserem Reiseführer die größten präkolumbischen Heiligtümer Südamerikas sind. Hier lebten das Volk der Mochica in der Zeit von 200-800 n.Chr. Die Pyramiden (alle 100 Jahre wurde eine neue Ebene hinzugefügt) besteht aus Millionen von sogenannten Adobe-Ziegeln. P1160543Die Ziegel sind aus Lehm und wurden von den im Tal lebenden Familien verpflichtend hergestellt. Jede Familie hat ihre Steine mit einem besonderen Zeichen gekennzeichnet, welche noch heute gut zu erkennen sind. IMG_0737Überhaupt sind noch viele sehr schöne farbige Motive zu erkennen. Erschreckend ist das riesige Loch im Eingangsbereich, IMG_0788in dem damals die Grabräuber (Spanier) in die Pyramiden eingedrungen sind. Im Museum kann man noch ein paar wenige, aber sehr gut erhaltene Tonarbeiten sehen.P1160565

Ja und dann sind wir weiter nach Chan Chan gefahren. IMG_0859Dies war einst die Hauptstadt des mächtigen Reiches der Chimu (1000 -1450 n.Chr.) und dehnte sich tatsächlich auf über 20 qkm aus. Es war zu seiner Blütezeit nicht nur die größte Stadt Südamerikas, sondern der ganzen Welt (so unser Reiseführer). Es gab und gibt keine größere Stadtanlage, welche ausschließlich aus Lehm errichtet wurde. P1160590Aber wie das so ist mit Lehm. Wenn es regnet, bleibt von Lehm nicht allzu viel übrig. Und genau das ist hier zu beobachten. P1160609Immer wieder werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass nicht ausreichend Mittel vorhanden sind, um dieses einzigartige Bauwerk ausreichend vor weiteren Verfall zu schützen. Nur wenige Flächen sind mehr oder weniger behelfsmäßig geschützt. Uns viel es schwer, die seinerzeitigen Ausmasse dieser ehemaligen Großstadt zu erahnen.

Aus meiner Sicht war jedoch das allerbeste an Trujillo, dass wir direkt an der Huaca del Sol übernachtet IMG_0730haben und zwar mit direktem Familienanschluss. IMG_0809Die Inhaberin des Restaurants Ramada Campestre -Vicki – hat gerne ausländische Gäste um sich herum und nimmt Overlander auf. 8f2ee394-6d09-4f1f-94b0-a97adaca3e05Dies führte dazu, dass ich meinen Geburtstag im Kreise dieser peruanischen Familie gefeiert habe. Wir haben gemeinsam lecker gekocht 6a8e2be5-d3c5-4eb4-a9ec-57d6b1417054und dann viel Spass gehabt, obwohl nur Andrina -die ältere Tochter-  gebrochen Englisch gesprochen hat. Selten haben wir soviel Herzlichkeit und Gastfreundschaft erlebt. Auf diesem Wege noch einmal ganz herzlichen Dank.

Leider müssen wir uns dann aber nach 2 Tagen verabschieden, um nun endlich ans Meer zu kommen. IMG_0886Hier finden wir, wie erwartet, wunderbare Übernachtungsplätze; zum Teil mit vielen Surfern, IMG_0879oder an einem Spot, an dem man mit Schildkröten schnorcheln kann

oder einfach direkt zwischen den Ölbohranlagen, P1160641welche leider hier auch in der Gegend überall zu finden sind.

Wir essen jede Menge frischen Fisch und vermissen die gute Fleischqualität aus Argentinien und Chile.

Hier im Norden von Peru wird uns zudem noch einmal klar, wie unglaublich abhängig die Lebensqualität davon ist ,in welcher Region man in Peru lebt und aufwächst. Hier an der Küste sieht man keine einzige Frau in der traditionellen Tracht. Zum Teil gibt es hier an der Küste hochmoderne „Touri-Städte“, die es auch überall in Europa geben könnte. Wir besuchen sogar eine Shopping-Mall mit Kino etc. Wir staunen, denn es ist, als wären wir aus einer anderen Welt, einem anderen Jahrhundert gekommen.

Doch jetzt sind wir gespannt auf Ecuador. Dazu bald mehr…..

PS: Zum Abschluss noch ein paar visuelle Eindrücke der diversen peruanischen Märkte, die wir besucht haben. An vielen Orten waren wir tatsächlich die einzigen europäischen Besucher.IMG_0304

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