Overlanddriver

Reise 3,Teil 36: Ende im Gelände – Ecuador, Äquator-Querung, ein Hut in Panama

Es ist wieder einmal soweit: Abschied von Hector. Tausende (ca.13.000 km und gefühlt noch mehr Höhenmetern) von gemeinsam gefahrenen Kilometern liegen hinter uns. Er hat uns die Berge rauf und runter gefahren, ohne allzu viel zu murren; hat mit uns am Strand kampiert, Sand und Wüste stoisch über sich ergehen lassen, hat sich mit Dreck beschmeissen lassen und ganz viel Staub gefressen. Unser Hector ist ein ganz besonders verlässliches, nicht sonderlich anspruchsvolles Familienmitglied geworden, welches wir nicht mehr missen wollen. Deswegen haben wir ihm auch einen ganz besonderen Platz zur Einkehr gesucht und bei Hans in Ibarra in Ecuador gelassen. Dort steht er nun; mit eingepackten Spiegeln, auf das sich die Vögel nicht darin frisieren; frisch von außen und von innen geputzt, P1160851wartet er auf unsere baldige Rückkehr. Schweren Herzens haben wir uns nicht nur von Hector, sondern auch von all den anderen Overlandern, die wir bei Hans getroffen haben, verabschiedet, um noch ein paar Tage in Panama und Cancun zu verbringen, bevor wir uns wieder dem Deutschen Einheitsgrau zuwenden.P1160854

Hier in Panama P1160881haben wir ein super geiles Appartement, P1160870 (1)direkt auf der vorgelagerten Halbinsel Naos. Von unserem Balkon aus können wir den ganzen Tag die Schiffe in bzw. aus dem Panama Kanal fahren sehen. P1160894 (1)Ein kleines Paradies für einen ex-Schiffsfinanzierer. P1160866Genau so macht „Shipping“ Spass.P1160927

Es ist Ende der Regenzeit und die Luftfeuchtigkeit liegt bei gefühlt 100% – sprich es ist in allen klimatisierten Räumlichkeiten gut auszuhalten – ansonsten nicht. Unser Aktionsradius hier ist längst nicht so groß wie wir es ursprünglich mal geplant haben. Aber wir sehen aus der Ferne die Brücke, P1160924die den Süd- und den Nordamerikanischen Kontinent verbindet, und sehen die Schleusenanlage „Miraflores“. Die Schiffe, die vom Atlantik in den Pazifik wollen und v.v. müssen einen Höhenunterschied von insgesamt 26 Meter überbrücken, wozu insgesamt 3 große Schleusenanlagen benötigt werden. Ca. 11 Stunden dauert die Fahrt durch den Kanal insgesamt, der seit kurzem eine max. Schiffsbreite bis zu 50 Meter zulässt.

Wir hier an unserem Balkon können nur staunen, welche Menge und unterschiedlichste Art von Schiffen an uns vorbeiziehen. P1160944Auch Kreuzfahrtschiffe sind selbstverständlich dabei. Erstmalig können wir erleben, wie es sich anfühlt, wenn eine Stadt von Kreuzfahrern nahezu überrannt wird. Nirgends ist man mehr vor den Menschenmengen sicher.P1160968P1160969

….und was ist sonst so auf unseren Weg von Nord-Peru nach Ibarra bzw. in Ibarra und Ecuador passiert?

An der Grenze zu Ecuador mussten wir sehr, sehr lange warten, da vor uns jemand Weihnachtskrippen mit Figuren einführen wollte und der einzige Grenz- und Zollbeamte „etwas“ überfordert war. Alle Krippen mussten ausgepackt und einzeln gewogen werden. So etwas kann schon mal etwas länger dauern. Geduld ist ja bekanntlich unsere 2. Tugend. Grrrr.

Der sogenannte Panama Hut wurde tatsächlich in Ecuador erfunden. IMG_1078Hier gibt es zwei Orte, nämlich „Cuenca“ und „Monte Christi“, wo man noch heute bei der Herstellung zusehen und selbstverständlich kaufen kann. Ich kann nicht widerstehen.P1160755

Wir sind in Ecuador nur an der Küste entlang gefahren – hinauf bis zur Grenze nach Kolumbien, bevor wir ins Landesinnere, Richtung Quito und Ibarra abgebogen sind. Es ist auffällig wie grün, undurchdringlich -dschungelgleich- die Vegetation wird, je weiter wir Richtung Kolumbien kommen. Hier im Norden von Kolumbien begegnen wir nicht nur Bäumen, P1160759die wie Fabelwesen aussehen, P1160761sondern wir fühlen uns auch nach Afrika versetzt. Vor sehr vielen Jahren soll ein Sklavenschiff hier gelandet sein und die Nachfahren leben bis heute in diesem Gebiet. Im Einklang mit dem feucht-heißen Klima werden hauptsächlich Bananen, Kakao P1160706und Zuckerrohr angebaut. Das Land ist unglaublich fruchtbar.

An unseren Campingplätzen, direkt am Strand, P1160772lassen wir es uns gutgehen. Wir trinken die besten Coladas ever IMG_1133und essen frischen Fisch. Wir sehen ganz, ganz viele Wasserbecken in Strandnähe in denen Langusten und Shrimps etc. aufgezogen werden. Frischwasser und Sauerstoffzufuhr – offensichtlich problematisch. Wir haben unsere Zweifel, ob die Tonnen an Fisch auf gesunde Weise hier gezüchtet werden können.1f75d30c-99ec-463f-bea5-266f2425ed3e

Eines Tages stehen Hilde und Jürgen wieder neben uns und wir geniessen die letzten Tage bei gemeinsamen Lagerfeuern. P1160814In den Bäumen hocken die Iguanas und schauen uns (hoffentlich vergnüglich) zu.P1160835

Vor einigen Tagen gab es ja landesweite Streiks in Ecuador, nachdem die Regierung die Sprittpreise um 1/4 angehoben hat. Nun wieder auf altem Niveau kostet der Diesel hier ca. 25 Cent pro Liter !!!255b9c89-a601-4965-a400-67d9767b20d0

Landeswährung in Ecuador ist der amerikanische Dollar. Auch sonst hat sich hier an vielen Stellen der amerikanische Lebensstil etabliert. Es gibt Shoppingmalls, in denen man wirklich alles kaufen kann – wenn denn ausreichend Dollars vorhanden sind. Die Preise für Essen, Trinken etc. sind wirklich ungewöhnlich hoch, insbesondere für südamerikanische Verhältnisse. Wir staunen und schränken uns mal wieder ein – sprich der Burger wird geteilt! 🙂IMG_1102

Neben Ibarra liegt Otavalo, ein kleiner Ort in den Bergen, der bekannt ist für seinen Markt. IMG_1231Wir fahren mit dem Bus zu viert hin und sehen dort auch erstmalig die ecuadorianischen Trachten der Frauen. IMG_1260Wunderbare, bestickte Blusen und Gürtel, lange Röcke – und merkwürdige Kopfbedeckungen runden das hübsche Erscheinungsbild ab. IMG_1349Von Schülerinnen bis zu alten Frauen tragen viele diese Trachten, auch wenn wir eine große Anzahl modern gekleideter Frauen sehen. Alle scheinen harmonisch mit einander umzugehen.IMG_1358

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Auf dem Weg von Ibarra nach Quito überqueren wir den Äquator. Die Null-Linie. Ein Fuss auf der Nord-Halbkugel, einer auf der Südhalbkugel. 8d727b65-b10c-409c-9696-66f7c3db2025Hier steht die Sonne zweimal im Jahr wirklich total senkrecht und wir lernen, dass Ecuador tatsächlich seinen Namen aufgrund des Äquators erhalten hat, denn nur hier kann man, im Gegensatz zu den anderen Ländern, die der Äquator durchzieht, exakte Messungen vornehmen.

Es ist Weihnachtszeit. IMG_1474In Ibarra dürfen wir an einem Weihnachtsumzug teilnehmen. Die Weihnachtsmänner(innen) sind sehr, sehr leicht bekleidet und könnten auch alternativ auf einem Faschingsumzug mitmachen.

Aber wir hören Jingle Bell in der Lateinamerikanischen Version, Trinken bei Hans Glühwein, es regnet und wir fühlen uns doch so ein ganz, ganz klein wenig vorweihnachtlich.IMG_1482

Im übrigen ist uns aufgefallen, wie dicht Ecuador besiedelt ist, insbesondere im Vergleich zu den anderen Ländern, welche wir in Südamerika bereist haben. Ein Ort geht direkt in den anderen über. Hier kann man das Wohnmobil nicht mal eben in eine Seitenstrasse stellen, ohne dass es auffällt. Hier fällt Hector überall auf. Wir sind gespannt, wie es in Kolumbien weitergehen wird.IMG_1245

Doch dies werden wir erst in einigen Monaten herausfinden. Für heute verabschieden wir uns. Ca. 13.000 gefahrene Kilometer und sechs bereiste Ländern liegen hinter uns. Vor uns liegt noch eine unbekannte Welt und wir wissen noch nicht wie es wirklich weitergeht. Nur eins wissen wir – es geht weiter und es bleibt spannend. Heute wünschen wir allen ein „feliz Navidad“ – ein „fröhliches Weihnachtsfest“ und vor allen Dingen gaaaanz gaaaanz viel Gesundheit.

Andrea und UweP1160956

P1160873PS: Auf dieser Reise haben wir erstmalig unglaublich viele andere Overlander getroffen, was unsere Reise sehr bereichert hat. Hier eine klitzekleine Auswahl:

 

Und das war unsere Route:IMG_1535

2 replies to “Reise 3,Teil 36: Ende im Gelände – Ecuador, Äquator-Querung, ein Hut in Panama

  1. Hallo Andrea es ist wirklich interessant Deine Beiträge zu lesen und die tollen Fotos zu bewundern, aber jetzt freue ich mich, Euch endlich wieder in die Arme zu nehmen. Papa

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