Reise 1 Teil 16: Atlantik; Punta del Este; Colonia del Sacramento; Carillo

Seitdem wir Ushuaia verlassen haben (12.03.2018) übernachten wir fast ausschließlich direkt am Atlantik, img_6577will heissen bei Flut ist dieser nur wenige Meter entfernt. Jede Nacht schlafen wir mit den so abwechslungsreichen Geräuschen dieses Ozeans img_6576ein. Welch ein Luxus. Manchmal hören wir sanftes Plätschern und viel öfter zeigt er sich wild und  kraftvoll. Brüllend und tosend klatschen die Wellen an den Strand. Life is so much better at the Sea!img_6574
Apropos Luxus: Nachdem wir ca. 13.000 km in und mit Hektor unterwegs waren, verbringen wir die letzten drei Tage vor unserem Abflug in Punta del Este img_6593in einem supermodernen Appartement. Jetzt um diese Zeit stehen die großen Appartementhäuser fast alle leer und man kann diese sehr günstig mieten. Und hier haben wir tatsächlich den Luxus zweier Regenwaldduschen!!! Oh, wie schön entspannend kann duschen mit gaaaanz viel heißem Wasser sein. Luxus wird neu definiert!
Ansonsten haben wir die letzten Wochen damit verbracht, uns die argentinischen Ferienorte img_6573am Atlantik anzusehen. Hier, wo viele der 13 Mio. Menschen aus Buenos Aires in den drei Sommermonaten img_6578die meiste Zeit verbringen. Ganz img_6564unterschiedliche kleine img_6565und große Ortschaften haben wir dabei gesehen. Doch alle haben eins gemeinsam – wunderbare, breite Sandstrände img_6581auf denen selbstverständlich Auto gefahren wird und auch jetzt im April sonntags immer noch viel los ist.img_6580
Besonders der kleine Ort Carillo ist uns in Erinnerung. Alle Strassen aus Sand; die Häuser im Pinienwald integriert; Parkanlagen gleich ist hier ein Haus img_6572schöner als das andere img_6571und wir lesen später, dass hier die Fussballspieler und Stars absteigen. Kein Wunder. Nur der Gärtner img_6568mit seinem etwas in die Tage gekommenen Auto passt nicht ganz ins Bild.img_6570
Nach dem völlig problemlosen Grenzübergang Argentinien/Uruguay (an dem man uns weder Fleisch noch sonst etwas abgenommen hat) fahren wir zu dem kleinen Ort Colonia de Sacramento – Weltkulturerbe. img_6599Nun gut. img_6595Der Ort bietet Reste einer Stadtmauer, Ausgrabungen, einen schönen alten Platz  mit großartigen Bäumen, img_6598alte Häuser aus 1762 img_6596und es gibt ein paar nette Restaurants für Touristen. Vielleicht sind wir ja doch von Europa verwöhnt und Kulturbanausen – aber so richtig können wir uns nicht begeistern.img_6597
Das gleiche gilt auch für den Parque de Luro, welcher uns einen 500 km-Abstecher gekostet hat. Wir sind direkt in die Provinz Pampa hineingefahren, um diesen Park zu besuchen, denn dieser wurde angekündigt mit den Worten „packed with animals“. img_6591Insbesondere kann man hier den seltenen Pampahirschen img_6585und Pumas sehen. Da wir ja noch nicht soooo viele Tiere img_6588gesehen haben, img_6567-1fahren wir dort hin. img_6589Übernachten darf man nicht im Park, der Campingplatz hat zu. img_6590Geöffnet hat der Park nur von 9.00 – 18.00 Uhr, sprich wenn die Hirsche aus dem dichten Wald herauskommen, müssen wir das Gelände verlassen. IMG_6345Alles nicht so ganz optimal. Tatsächlich haben wir dann schon einige Tiere gesehen, aber „packed“ – darunter verstehen wir dann doch etwas anderes.IMG_6338
Also übernachten wir im nächsten Ort an einem Feldweg, P1080431weit abseits der Dorfstrassen. Und siehe da, dies bleibt nicht unbemerkt. Gegen 1 Uhr nachts klopft es an unserer Tür. Bevor ich überhaupt denken kann, öffnet Uwe die Tür und steht zwei Polizisten gegenüber. Diese wollen unsere Dokumente sehen. Leider sprechen wir ja kein Spanisch. Also versucht Uwe ihnen zu verstehen zu geben, dass wir schlafen und die Polizei doch bitte morgen wiederkommen möge „documenti manana por favor“. Wer hätte das gedacht – es funktioniert. Die Polizei fährt und wir schlafen weiter. Am nächsten morgen kommt natürlich niemand mehr.
Zum Thema Polizei, vielleicht auch noch zwei Sätze: Bei jeder Einfahrt in einen Ort oder eine Provinz muß man eine Polizeikontrolle passieren. Meistens lassen Sie uns ohne Beachtung durchfahren. Aber je weiter wir in den Norden kommen, desto intensiver werden die Kontrollen. Unsere Personalien wurden bereits mehrfach in irgendwelche Listen auf Klemmbrettern erfasst. Warum ist uns absolut schleierhaft, aber nun gut. Im Übrigen spricht selbstverständlich keiner dieser Polizisten ein Wort Englisch, aber Sie sind in der Regel äußerst höflich und freundlich. Wir können uns diesbezüglich nicht beschweren. Irgendjemand hat uns erzählt, dass die Polizei auf diese Weise versucht, das Drogenproblem zu bekämpfen, welches insbesondere aus den nördlichen Ländern nach Argentinien gespült wird.
Niemand hat uns davor gewarnt, wie die Tage auf so einer Reise nur dahin fliegen. Ein Freund von einem Freund sagte einmal: „Aufstehen, Ölstand prüfen und schon ist der Tag rum“. und genauso ist es. Kaum hat man gefrühstückt, eingepackt und verstaut, eingekauft, Wasser getankt und ist ein paar Kilometer gefahren, schon ist der Tag herum. Stress, was ist das? Wir sind wirklich tiefenentspannt und sind gespannt, ob wir wieder in den Arbeitstrott zurück finden.
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So zum Schluß noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an den Wettergott, der uns mit bestem Wetter die 4 Monate versorgt hat und all die Personen die unsere Reise bereichert haben und die uns diese Reise mit ermöglicht haben. Danke auch an die motivierenden Worte zu unserem Blog, es hat auch uns Spaß gemacht von unserer Reise zu berichten. Wir werden dies sicherlich auch bei unserem nächsten Trip wiederholen.
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Und gaaaaanz zum Schluß wie immer ein Spruch – Danke liebe Sabiha und Albert Einstein:
„Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten“. img_6373Auf ein Schiff haben Uwe und ich lange genug gewartet. Bei uns ist Hektor vorbeigekommen und wir sind froh, diese Chance ergriffen zu haben. Doch auch wenn wir uns schon ein ganz klein wenig auf die nächste Reise freuen, jetzt wollen wir erst einmal unsere Lieben daheim in die Arme nehmen und unser zu Hause geniessen.img_6594
Doch wir werden die Argentinier und die Chilenen vermissen. Diese so naturverbundenen Menschen, die die Natur ihrer unglaublichen Länder so annehmen und überall da zu finden sind, wo es uns auch gefallen würde. Wir haben offensichtlich den gleichen Geschmack. Wir freuen uns auf viele weitere Zusammentreffen – wie dieses hier mit dem Presidente „Cäsar“.img_6395
Hasta luego …img_6376

Reise 1 Teil 15: Lobos, Lomos, Loros

Nachdem ich in den letzten 14 Teilen immer ziemlich viel geschrieben habe und wir seit Peninsula Valdez im absoluten Urlaubsmodus sind, sollen in diesem Teil die Fotos im Vordergrund stehen. Getreu nach dem Motto, ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Lobos:
Mutter-Kind-Schwimmkurs: img_6280Es ist wunderbar mit anzusehen, wie die Seelöwen-Mütter ihren Kindern das Schwimmen beibringen. Immer dicht an der Seite der Kleinen werden Bahnen um Bahnen im Flachwasser gezogen und bei den wirklich schwierigen Passagen (nämlich wenn es darum geht, die zum Teil steile Küste wieder hoch zu klettern),  ja da wird von unten ordentlich geschoben und gedrückt, so dass das Kleine auch diese Passage meistern kann.
Baby-Schwimmbecken: img_6257Bei Flut bilden sich auf den Felsplateaus große Wassertümpel, die ganz offensichtlich von den ganz kleinen Seelöwen als Planschbecken genutzt werden. So wird der erste Kontakt zum Element Wasser ganz unkompliziert geübt. Unglaublich, welche Lebensfreude wir aus der Ferne beobachten dürfen. Wie kleine Kinder tollen die Seelöwenbabies im seichten Wasser umher. -Knuuuuuutsch-.
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Wissen, was keiner braucht:
Die Seelöwen in der Antarktis wurden nicht wie ihre Verwandten in Argentinien jahrzehntelang gejagt und sind somit viel weniger ängstlich im Kontakt mit Menschen. Aber auch hier in Argentinien kann man den Tieren doch noch sehr nahe kommen.
Seelöwen benutzen im Gegensatz zu Seehunden und See-Elefanten ihre beiden Vorderflossen als richtige „Beine“, während ihre lieben Artgenossen sich an Land mehr oder weniger mit dem Körper vorwärts schieben.
In „Punts Bermeja Wildlife Refuge“ sehen wir eine der größten kontinentalen Seelöwenkolonien img_6255und wir sind wirklich beeindruckt. Wenn wir Orca wären, würden wir hier unser Fressen suchen. Hunderte von Seelöwen (Männchen, Weibchen und weibliche Seeelefanten) verweilen hier auf den Felsen und fischen im Wasser. Kinder schreien nach ihren Müttern; Väter brüllen sich an, weil sie den besten Liegeplatz beanspruchen; Mütter rufen nach ihren Kindern; dazwischen hungrige Vögel auf der Suche nach schwachen Kleinen. Wir dürfen das alles aus der Vogelperspektive beobachten und können es eigentlich gar nicht begreifen, dass wir an so einem Ort sein dürfen. img_6256
Loros:
In El Condor verweilen wir 4 Nächte. img_6253Der Ort gleicht einer Geisterstadt, jetzt in der Nebensaison stehen die meisten Ferienhäuser verweist am Strassenrand und auch die drei Restaurants sind geschlossen. Ansonsten macht El Condor nicht unbedingt seinen Namen Ehre. Kondore gibt es hier nicht. Nur die nahe Steilküste ist voll von „Tonnen“ von Papageien, img_6254welche dort ihre  Nester in der Steilwand haben. P1080091Das unmelodische Geschrei bzw. das Gekrächze der Vögel ist durchdringend. Dennoch: ihre Farbenpracht, ihre Flugfähigkeiten und wie sie als Schwarm P1080347mögliche Greifvögel vertreiben – sensationell. SP1080351tets als Duo sitzen sie in ihren Appartements und beäugen uns mißtrauisch von oben.
Lomos:
Die Atlantikküste ist ja bereits seit einiger Zeit geprägt durch Steilküste img_6271bestehend aus mehr oder weniger ausgewaschenem Sandstein. img_6168Auch meterhohe Sanddünen img_6170prägen das Bild img_6269und diese schieben sich vom Wind getrieben auch mal über die Strassen, auf denen man selbst hier noch Rinder finden kann. fullsizeoutput_2b21Ansonsten haben wir uns tatsächlich davon überzeugt, dass es in der Provinz „La Pampa“ endlich die riesigen Rinderherden gibt. Steaks auf vier Beinen, friedlich grasend gemeinsam mit wilden Pferden und Schafen, Nandus und Rehen.
Auf jeden Fall haben wir seit neuestem ein Steak-Besteck und das aus gutem Grund.
Sonstiges:
Tote Pinguine: An jedem der von uns in letzter Zeit besuchten Strände haben wir tote Pinguine gesehen. Für diese interessieren sich max. ein paar Geier, aber sonst wirklich niemand.img_6187
Muschelfriedhof: img_6284In San Antonie d`Oeste finden wir erneut eine kleine img_6278Seelöwenkolonie img_6263im Abendlicht. img_6261Der Weg hierher img_6262besteht aus Millionen von Muscheln, was uns Muschelliebhaber ganz sentimental werden lässt. img_6283Keine Chance die schönste Muschel zu finden, oder sich für einige Wenige zu entscheiden.
Flamingos „satt“: img_6259Was haben wir uns am Anfang über jeden Flamingo gefreut. Aufwendig habe ich mich angepirscht. Heute haben wir uns so daran gewöhnt, dass fast auf jedem Gewässer hier Flamingos leben, dass wir es teils nur noch beiläufig wahrnehmen. Dennoch – was für wunderschöne Tiere-, besonders im kerzengrade gestreckten Flug. P1080341
Müll: auch hierzu ein Halbsatz. img_6274Leider haben wir es in letzter Zeit immer öfter beobachtet, dass Mülldeponien außerhalb der Orte entstehen. Sprich man bzw. die Müllabfuhr fährt in Bezirke an den Ortsrand und schüttet den diversen Müll in die weite Gegend. Tiere und Wind erledigen dann den Rest, so dass diese Flächen großräumig sehr, sehr desolat aussehen.
Schlafplätze: Manchmal muss es aufgrund des Windes auch ein Hauseingang sein, img_6281oder er sieht einfach so img_6194aus:img_6268
So sehen wir aus, wenn wir uns mit Seelöwen vergnügen wollen:img_6067
Nachlese img_6276zu unserer „Lieblings-Estancia“:img_6031
Einfach schön: img_6258
Sonnenuntergang img_6267am Atlantik:img_6273
Man möchte all diese Momente sooo tief aufsaugen und konservieren. Wie kann man es schaffen, diese Momente des Glücks festzuhalten ?  Wird es uns gelingen, uns diese Augenblicke wieder in Erinnerung zu rufen, wenn es mal wieder hektisch im Alltag wird ? Hat uns dieser Trip vielleicht doch verändert und wir merken es nur noch nicht? Erst hier in El Condor, wo wir erstmalig etwas länger an einem Ort und zudem noch in der Einöde sind, fangen wir an, uns auch über solche Fragestellungen Gedanken zu machen. Wie lange benötigen wir wohl, bis wir alle Erlebnisse wirklich verarbeitet haben. Unseren jetzigen Zustand darf man gerne als tiefenentspannt bezeichnen. Dieses Gefühl wollen wir auf jeden Fall solange wie möglich beibehalten.
Dies ist übrigens mein vorletzter Beitrag für diese Reise. Nur noch ca. 14 Tage und dann sind wir wieder zurück in der Heimat und es wird noch über das Glück des Nachhausekommens zu berichten sein !
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„Wir sind all in der Gosse, aber manche von uns blicken hinauf zu den Sternen.“  – Oscar Wilde

Reise 1 Teil 14: Vom Wind gefangen; Peninsula Valdez; Orcas; Tauchen mit Sea lions; Sea elephants; Puerto Madryn; Free Willy ist satt – JETZT MIT EINIGEN FOTOS!

Unser herzlichster Dank gilt unserem Pinguin-Guide Roxana; ihr haben wir es zu verdanken, dass die Autotür geschweisst und gerichtet und die Kabinentür aufgebohrt und somit wieder zugänglich ist. Roxana kannte jemanden, der jemanden kannte, der all diese Dinge innerhalb eines Tages zu einem Schnäppchenpreis (150 USD) erledigt hat. Also geht es heiter weiter.
Mit der Heiterkeit hat es sich dann aber auch ganz schnell wieder. Am nächsten späten Abend besuchen wir eine Estancia (an der Bahia Bustamente), auf der wir laut Internet umsonst übernachten können und wo Campmobile herzlich willkommen sind. Daniel, der Padre der Estancia begrüßt uns auch sogleich im Besten Englisch und zeigt uns einen Platz, wo seinen Angaben zu Folge auch all die anderen Camper bereits sehr gerne gestanden haben. Wir wundern uns zwar ein wenig, ist es doch ein Platz direkt am Strand, ohne irgendeinen Windschutz. Doch er wird schon wissen, wo ein guter Platz ist und der Tag war ja bislang auch relativ windstill. Bis 23 Uhr lauschen wir dem lieblichen Geräusch eines sehr, sehr großen Generators und fragen uns, ob es eine wirklich gute Idee war hier her zukommen. Gegen 24 Uhr bricht dann ein Unwetter los, was wir sicherlich unser Leben lang nicht vergessen werden. Mindestens drei Gewitterzellen hängen über uns. Die andauernden Blitze erhellen das Meer und unsere Umgebung gespenstisch; das Donner-Grollen spüren wir bis in die Tiefen unseres Magens, aber das ist alles nichts gegen diesen Wind. Es ist, als wenn uns der Wind unbedingt ins Meer pusten will. Und es hört und hört nicht auf. Hektor schüttelt sich, schaukelt, wackelt, ächzt und knarrt – selten hatte ich so eine Angst. Ich will zurück ins Ei. Wir halten uns fest und hoffen einfach nur darauf, dass es gut geht. Danke Daniel für diesen wirklich beeindruckenden Stellplatz.  Gegen 4 Uhr morgens fragen wir uns allmählich wie lange die Fenster dem Luftdruck noch standhalten und ob wir nicht besser unsere Bordelektrik ausmachen sollten, bevor diese von den Blitzen ggf. zerstört wird.
Erst so gegen 7 Uhr in der Frühe legt sich endlich der Wind und wir können darüber nachdenken, die Tür zu öffnen. Das hätten wir ja gerne bereits nachts getan, um an eine geschützte Stelle zu fahren. Doch nie hätten wir bei diesem Sturm auch nur eine der gerade reparierten Türen auf/ geschweige denn wieder schließen können. Eine Erfahrung die wirklich niemand braucht.
Ja und dann am nächsten Tag. Wir wollen nur weg von diesem traumatischen Ort. Wir fahren also los und wählen eine Nebenstrecke als Abkürzung zu unserem nächsten Ziel (Camarones). Wir merken bereits nach wenigen Kilometern, dass die Strasse durch das Unwetter dermassen aufgeweicht ist, dass nicht nur lehmige Teile der Fahrbahn großflächig eigentlich überall am Fahrzeug hängen, sondern es sich auch wie auf Schmierseife fährt. Wir drehen um und haben aber trotzdem noch ca. 50 km aufgeweichte Lehmstraße vor uns. Zwischenzeitlich ist Hektor gefühlt mindest 1 to schwerer. Nur noch mit dem zugeschalteten Untersetzungsgetriebe haben wir es zuletzt nur noch gaaaanz langsam geschafft, die asphaltierte Route National 3 zu erreichen. Wir sind so froh auch dieses Abenteuer überstanden zu haben. Der nächste Weg führt uns zu einer Tankstelle, an der wir mit sehr viel Wasser versuchen, Hektor wieder etwas von seiner Last zu befreien. Dies gelingt uns jedoch nur sehr begrenzt, denn der Wasserdruck ist für den Zweck völlig unzureichend.
Nach so viel Stress, muss dringend Urlaub her. Gott sei Dank meint der Wettergott es gut mit uns und die Temperaturen steigen massiv. Plötzlich haben wir wieder 25 Grad und einen einsamen Strand vor uns. Wir machen erstmal nichts mehr. Nur ein wenig inzwischen steinharten Schlamm vom Auto entfernen und einen Strandspaziergang, sonst nichts ! Das beruhigt die Nerven. Damit es dann doch nicht zu relaxt wird, hat Uwe beschlossen, mit Seelöwen tauchen zu gehen. In Puerto Madryn gibt es mehrere Tauchschulen, die dies anbieten. Scubadubadu – so heißt die Tauchschule unserer Wahl und da das Wasser ja angeblich 16 Grad haben soll, na dann – dann will ich natürlich auch mit und zwar schnorchelnder Weise.
Treffen ist für 7 Uhr morgens angesagt, was wir mit einem Stirnrunzeln akzeptieren. Doch als wir dann morgens den Sonnenaufgang beobachten können, img_6167entschließen wir uns spontan, dies öfter einmal auszuprobieren. Bei der Seelöwenkolonie, die wir besuchen, handelt es sich um eine ausschließlich weibliche Kolonie mit wunderbaren Puppies (wer braucht beim Tauchen schon Seelöwenmännchen). Die kaum reglementierte Möglichkeit mit diesen Tieren in ihrem Element zu interagieren, ist unglaublich. Kein Zeichen von Furcht. Nur ganz natürliche Neugier führt sie zu uns und Mensch und Tier lernen sich auf eine völlig entspannte, unkomplizierte Art kennen. Eine junge Seelöwendame entwickelt ein besonderes Interesse an Uwe. Erst beißt sie spielerisch in seine Taucherflossen, doch die scheinen nicht zu schmecken, so dass sie danach seinen Handrücken anknabbert. Doch offenbar schmeckt Uwe nicht so gut, wie er aussieht: Glück gehabt. Doch seine Luftblasen (vom Tauchen) finden immer mehr Seelöwen attraktiv. Diese unglaubliche Beweglichkeit und Schnelligkeit im Wasser läßt uns ehrfurchtsvoll diese Tiere beobachten, wie sie um uns herumschwirren. Die ca. 100 USD p.P. waren gut angelegt. Achja, ab und zu schwimmt auch ein ebenfalls neugieriger Pinguin vorbei. Vielleicht ein Freund aus alten Zeiten?
Von Rawson und Puerto Madryn geht es weiter zu einem unserer letzten Highlights. Peninsula Valdez. Die vorgelagerte Halbinsel zu der man jetzt Ende März und Anfang April Orcas sehen können soll, die hier die ganz jungen Seelöwen am Strand jagen, indem sie sich bis auf den Strand werfen ! Es gibt auf der ganzen Halbinsel zwei oder drei feste Punkte, an denen diese Sichtung möglich ist. Alle sind ca. 50-70 km voneinander entfernt und man darf auf der Halbinsel nicht übernachten. Also viel Fahrerei auf nicht asphaltierten Strassen. Das Wetter ist gut und wir beginnen mit dem südlichsten Punkt. Hier sehen wir eine Kolonie älterer See-Elefanten-Damen, img_6176welche sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und offensichtlich keinerlei Angst vor Orcas oder Menschen haben.fullsizeoutput_2ae3
Die letzte Orca-Sichtung am mittleren Punkt war Mitte März -also vor zwei Wochen- und am nördlichsten Punkt ist die letzte Sichtung sogar schon fünf Wochen her. Nicht wirklich vielversprechend. Wir geben Free Willy 2 Tage Zeit sich zu zeigen. Aber leider völlig vergeblich. 😦   „Unsere Orcas“ sollen vor Puerto Madryn -so berichten uns die Ranger vor Ort- bereits eine Gruppe von Delfinen und als Nachtisch noch ein paar Vögel verspeist haben, so dass „Seelöwe“ nicht mehr aktuell auf dem Speiseplan zu stehen scheint. Ich bin sehr traurig. Wale und Andrea – keine wirkliche Erfolgsstory. Doch ich werde nicht aufgeben. Irgendwo auf dieser Welt werde ich noch Wale und auch Orcas nah beobachten können. (Hoffentlich).img_6265
Auf Valdez haben wir auch die ersten großen Sanddünen img_6170gesehen, welche uns auf unserem weiteren Weg noch begleiten sollen:
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…und noch kurz am Rande angemerkt:
Auf dem Weg, direkt neben der Route National 3 (vergleichbar mit unserer A2) gibt es kurz vor Comodoro Rivadavia einen Bereich, wo man eine männliche Seelöwenkolonie img_6263direkt vom Parkplatz aus beobachten kann. Diese Tiere sind hier völlig ungeschützt und tollen im Meer umher bzw. dösen im Abendlicht. Diese Ungeschütztheit verführt zu Leichtsinn. Nur ein kleines Hinweisschild weisst darauf hin, dass es sich um wilde Tiere handelt, und man 10-20m Abstand halten solle. Doch dem freiheitsliebenden Argentinier ist dies ziemlich egal. Mit Kind und Kegel bedrängt man die Tiere, um möglichst ein perfektes Selfie-Foto mit dem Handy zu bekommen. Für mich befremdlich, doch auch bei Uwe beobachte ich, dass er versucht, einem Einzelgänger recht nahe zu kommen – allerdings bleibt dieser unbeeindruckt von Uwes Avancen.
….und dann gab es noch diese Tiere, über die wir mehr oder weniger gestolpert sind:
Geier:img_6272
neugierige Gürteltiere:img_6178
und sonstige: img_6259
 und dieser noch:
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Unsere letzten Schlafplätze img_6169waren wieder sensationell ( seit 53 Tagen waren wir nicht mehr auf einem Campingplatz, die Begegnung mit Dragoman hat Spuren hinterlassen).
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„Happiness isn´t about getting what you want all the time. Its about loving what you have and being grateful.“

Reise 1 Teil 13:Fin del Mundo; vom Winde verweht; Pampa; Puerto Deseado; Rock Hopper

Dass Glück und Leid so dicht beieinander liegen können, haben wir in den letzten drei Tagen schmerzhaft erfahren dürfen. Nachdem uns der patagonische Wind weitestgehend verschont hatte und wir unser Auto als äußerst windresistent empfunden haben, wurden wir dann doch von einer ganz gemeinen Windböe überrascht, welche die Autotür erfaßte und aus den Angeln brach. Upps. Erst im Wind und dann plötzlich durch den Wind. Die Fahrertür liess sich nicht mehr schließen und die Tür hing nur noch an  angerissenen Angeln. Mit gaaaanz viel Gewebeband haben wir die Tür dann doch halbwegs fixiert und wollten endlich aus dieser elendigen, windigen Bucht fahren. Nur noch schnell die Sachen hinten in die Kabine legen und dann soll es weitergehen. Leider geht dabei auch die Kabinentür kaputt. Ein Problem, welches erst letztes Jahr in Kroatien entstanden war und von dem wir gehofft hatten, es nie wieder erleben zu müssen. Diese Tür steht nun unten offen und läßt sich nicht mehr öffnen oder richtig schließen. Das hat zur Folge, dass wir wieder hinten durch die Heckklappe einsteigen müssen. Grundsätzlich kein Problem, wenn man einen Tritt dabei hat, der hoch genug ist. So etwas haben wir natürlich nicht und mußten erstmal improvisieren. Irgendwie dann doch in der Kabine, müssen wir beachten, die Heckklappe nicht von innen zu schließen, weil dann würden wir ja nicht mehr aus der Kabine kommen. Sprich, wenn wir nachts schlafen, ist die Heckklappe und ist die Beifahrertür -weil auch die Zentralverriegelung nicht mehr funktioniert-  unverschlossen und wir sollten uns gut überlegen, wo wir das Auto abstellen. Wir sind ehrlich gesagt geschockt. Wo ist der nächste Toyota-Händler, der möglichst auch noch Englisch spricht?

Am nächsten Morgen entschließen wir uns, uns nicht von so solchen „Kleinigkeiten“ unterkriegen zu lassen. Auch wenn es grau in grau ist, das Auto fährt zuverlässig und wir beschließen zunächst einmal, weiter in den Norden zu fahren, um dann in dem nächst großen Ort weiter zu sehen. Doch vorher geht es noch mit einem Abstecher nach Puerto Deseado, wo eines der bedeutendsten patagonischen Meeresschutzgebiete liegt und Meerestiere in Hülle und Fülle zu finden sind.  fullsizeoutput_29eaDiesen Ort wollen wir auf keinen Fall missen. Uns ist mehrfach ans Herz gelegt worden, mit „Darwin Expedition“ eine Tour zu den Rock-Hopper-Pinguinen fullsizeoutput_29f1zu machen. Und dies ist wirklich eine wunderbare Idee. Am nächsten Tag – bei strahlend blauem Himmel und 7 Grad – fahren wir mit weiteren 8 Gästen auf einen bequemen Zodiac ca. 40 Minuten zu der Pinguin-Insel. fullsizeoutput_29edDort laufen wir völlig relaxt mit unserem Guide Roxanne direkt durch die Pinguin-Kolonien fullsizeoutput_29faund bewundern diese Tiere, die gerade alle in der Mauser sind. fullsizeoutput_29efCa. 20 Tage stehen sie hier im Wind bzw. klettern auf den Felsen herum und warten darauf, dass sich ihr Federkleid fullsizeoutput_29fcerneuert, bevor es wieder in den kalten Ozean geht. fullsizeoutput_29e9In dieser Zeit können sie nicht jagen, so dass sie vorab fressen, fressen, fressen, um für diese Fastenzeit gerüstet zu sein. fullsizeoutput_29e7Auf der Insel und der Bootstour zur Insel sehen wir nicht nur unzählige Magelan-Pinguine und Rock-Hopper, sondern fullsizeoutput_29e6auch schnuckeligenP1060505Seehunde, fullsizeoutput_2a15See-Löwen, fullsizeoutput_2a01See-Elefanten, mehrere Sorten Delfine, Albatrosse und viele Austernfischer.  Unseren Lunch geniessen wir direkt zwischen den Pinguinen fullsizeoutput_2a00mit Blick auf die relaxten Seelöwen. Alle können friedlich nebeneinander ko-existieren, wenn jeder den benötigten Freiraum des anderen respektiert. Die Seelöwen-Kolonie besteht aus ausschließlich männlichen Exemplaren ( Jungmänner, die vor Kraft nur so strotzen, aber noch nicht geschlechtsreif sind und die älteren Herren, welche in Rente sind und sich nur noch die Sonne auf den Pelz scheinen lassen wollen).

In Summe hatten wir einen wirklich ganz perfekten Tag – ich denke die Fotos geben dies ein wenig wieder.

Und sonst so?

  • Wir haben eine Zaun-Allergie; nachdem wir in Ushuaia am sogenannten „Fin del Mundo“ (Ende der Welt) waren fahren wir in den Norden und zwar durch die Pampa. fullsizeoutput_29dbNichts passiert, außer ab und zu eine Windböe. Konzentriertes Fahren wird spätestens nach 100 km geradeaus zunehmend schwierig. fullsizeoutput_29dcDa muss viel Kaffee her. Rechts und links flaches Land auf dem nichts außer Pampagras wächst und manchmal ein paar Schafe weiden. Überall Guanakos und Nandus, aber sonst wirklich nichts auf den ersten Blick zu sehen, außer Zäune. Zäune, Zäune. Dieses ganze Land ist eingezäunt.

Nachdem wir in Rio Gallegos unsere Vorräte bei Carrefour so richtig aufgefüllt haben und durch die endlose Pampa fahren, befinden wir uns in der Region Santa Cruz. Dies ist die zweitgrößte Provinz Argentiniens, aber gleichzeitig auch die am dünnsten besiedelste. Gefühlt gibt es hier deutlich mehr Pinguine und Guanakos als Menschen;

  • Endlich haben wir auch fullsizeoutput_29d4Alpakas fullsizeoutput_29d5gesehen;
  • Und dann haben wir noch so einige weitere Vögel P1060373gesehen fullsizeoutput_29ce die wir als so picturesque empfinden, dass wir sie hier einmal vorstellen wollen;
  • und übrigens -Vorsicht vor deutschen Wespen; fullsizeoutput_2946
  • Bis nach Buenos Aires sind es nur noch schlappe 2.584 km fullsizeoutput_29d9.jpegund uns beschleicht so ganz allmählich das Gefühl, dass unsere Zeit hier in Südamerika doch irgendwann zu Ende geht. Immer öfter sprechen wir darüber, was wir wieder mitnehmen, wie wir unseren Auszug planen, wie wir zum Flughafen kommen und so weiter. Die ganz große Unbeschwertheit des Reisens ist bereits ein wenig verloren gegangen, verbunden mit der wachsenden Vorfreude auf zu Hause;
  • seit gut 38 Tagen haben wir keinen Campingplatz gesehen und uns vollständig selbst versorgt. Nur Wasser und Benzin müssen wir regelmäßig aufnehmen. Hier ein paar Eindrücke unserer Übernachtungsplätze:fullsizeoutput_29dd

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„Weit ist das Land, unendlich schön!“

Reise 1 Teil 12: Tierra del Fuego; Pinguine; Orcas; Magellan-Strasse; Ushuaia; das Ende der PanAmerica

Eigentlich hätten wir es uns ja denken können. Wenn man dahin fahren will, wo das Festland von Argentinien wirklich am Ende ist, um 160.000 brütende Magellan-Pinguine fullsizeoutput_2902zu sehen, ja dann muss man Strapazen auf sich nehmen. Dass es sich dann tatsächlich um 115 km schlechteste Piste handelt (eine einfache Strecke), fullsizeoutput_2915hätten wir uns wirklich nicht vorgestellt. Auf spanisch klingt es irgendwie angenehm „Zona de Baches“ – auf deutsch: Schlagloch an Schlagloch. fullsizeoutput_291eEgal, ob man rechts, links oder mittig fährt, man trifft mit ziemlicher Genauigkeit ein weiteres tiefes Loch. Alles schaukelt hin und her und wenn es dann soweit ist, dass ich mit beiden Händen am Haltegriff des Autos hänge und schreie, ja dann ist es vorbei mit der Gelassenheit.
Das Ende vom Festland mit Blick auf die Magellan-Strasse und mit Pinguinen am Strand – fullsizeoutput_2945so in etwa habe ich mir diesen Zipfel Erde in meiner romantischen Ader lebhaft vorgestellt. P1050742Die Realität ist völlig anders. Als uns auf dieser unmöglichen Piste der erste LKW entgegenkam, dachten wir noch, das wäre ein Zufall. Leider nein. Auch der letzte Zipfel der Welt wird wirtschaftlich genutzt. In der Magellan-Strasse stehen Ölbohrtürme dicht aneinander und auf unserem Weg zu den Pinguinen fullsizeoutput_2903fahren wir durch ein „Fracking-Gebiet“, womit sich auch die Gas-LKWs P1050773und die fliegenden Helikopter u.a. erklären lassen.
Der „Pinguin-Ranger“ erklärt uns später, dass die Öl-Gesellschaft nicht nur die Verpflegung für die beiden Ranger stellt, sondern auch die beiden Häuser, in denen sich diese tagsüber aufhalten können. Das ist wohl der -kleine- Preis dafür, dass im Angesicht der drittgrößten Pinguin-Kolonie die Natur hier ausgebeutet werden darf.
Dennoch – der Weg hat sich für uns wirklich gelohnt. Noch nie zuvor haben wir außerhalb eines Zoos Pinguine gesehen. Und hier sind sie. Ca.160.000 Brutpaare. Überall rufen die Kleinen laut nach ihren Eltern, die zum Teil in der naheliegenden See frischen Fisch holen und auf dem Rückweg auch über die angelegten Wege watscheln – direkt an uns vorbei. Sie haben hier in der Dünenlandschaft ihre windgeschützten Nester und die „Chicken“ sind bereits 4 Monate alt. Anfang April, wenn alle Kleinen ihr erstes Federkleid verloren haben, wird die Kolonie für fast 6 Monate Richtung Süd-Brasilien schwimmen. Wir wünschen allen eine gute Reise.
Unsere Reise führt uns jetzt zu unserer südlichsten Etappe – Tierra de la Fuego = Feuerland. Schon auf der kurzen Überfahrt sehen wir unseren ersten Orca und die Erwartungen an die 3. größte Insel Südamerikas sind hoch. Nach erneutem Grenzübergang – Feuerland wird ja von Chile und Argentinien beansprucht (während bzgl. der Antarktis sogar drei Länder Eigentumsansprüche erheben: Chile, Argentinien sowie Großbritannien) sind wir mal wieder in Chile ohne frische Lebensmittel gelandet (wir nur noch die, die wir „geschmuggelt“ haben). Wie immer hat der Grenzbeamte IMG_5834unsere Trostzwiebel und -kartoffel mitgenommen. Also muss dringend eingekauft werden, denn wir wollen hier in Chile soweit wie möglich in den Süden fahren, bevor wir dann auf der argentinischen Seite nach Ushuaia fahren, der südlichsten Stadt der Welt.
Allzu viel gibt es über die letzten Tage in Feuerland jedoch nicht zu berichten. Nur folgendes in Kürze:
  • es ist kein Sommer mehr – will heißen hier auf der chilenischen Seite, wo Feuerland eh nicht dicht besiedelt ist, ist jetzt der Hund verfroren. fullsizeoutput_2969Wenn wir eine Lodge oder ein etwas touristisch angehauchtes Örtchen fullsizeoutput_2970sehen, ist dieses bereits geschlossen. Auch die Rinder sind nicht mehr auf der Weide. Wo diese sind, keine Ahnung. Nur vereinzelt sehen wir Schafe, dafür aber jede Menge Guanakos. fullsizeoutput_2939Auch die Bäume beginnen mit der Rotfärbung und die Temperaturen sind eh bereits im Keller (eines Nachts hatten wir Frost, sonst so zwischen 2 bis 6 Grad). Überhaupt die Bäume sind hier besonderst. Nicht nur die sucheinfärbenden Südbuchen, sondern auch die vielen Bäume die vom Wind rasiert wirken, bzw. abgestorben und grau im Wasser stehen oder gespenstisch im Wald sich drängen. Jeder einzelne Baum scheint hier eine Geschichte erzählen zu können;  P1050940
  • Uwe grillt – egal ob es Sommer, Herbst oder Winter ist. Es ist unglaublich bei welchen Temperaturen und Windgeschwindigkeiten er dennoch leckerstes argentinisches Steak zaubern kann. Yummi !
  • Laguna Azul fullsizeoutput_2922– Zaunbau-Wut stoppt auch nicht im Vulkankrater;fullsizeoutput_292a
  • Das große Fressen: fullsizeoutput_296aWieviele Kilometer sind wir in der Hoffnung gewandert, oben in den Bergen einen Kondor fullsizeoutput_2968zu sehen. Es geht soviel einfacher. Hier auf Feuerland sehen wir bereits zum 2. Mal eine „Groß-Familie Kondor“. Ca. 30 Stück jeder Altersklasse P1060123zerlegen vor unseren Augen ein totes Guanako. fullsizeoutput_2960Da stören wir Menschen wirklich nur am Rande;
  • Rotfuchs P1060078vs. Graufuchs fullsizeoutput_2965;fullsizeoutput_2964
  • Dass man hier in Feuerland nicht „Moin, moin“ sagt, wundert mich. Ein Großteil der Insel ist unglaublich flach fullsizeoutput_2931und erinnert mich doch stark an Ostfriesland. Nur ganz im Süden, da wo die Cordilliera Darwin quer vor der Insel liegen, wird es hügelig und wir sehen mal wieder Gletscher und eisbedeckte Berge;
  • Königspinguine – diese Pinguine fullsizeoutput_2958sind so wunderschön, dass es einem das Wasser in die Augen treibt, wenn man diese in Freiheit erleben darf. fullsizeoutput_2934Zugegeben – hier auf Feuerland lebt eine wirklich nur sehr kleine Kolonie – ca. 90 Brutpaare. Dennoch, diese haben gerade Kinder in verschiedenen Altersklassen und diese Kolonie beobachten zu können, hat mich schwer beeindruckt. Diese Pinguine leben ausschließlich auf den 45- 55 Breitengraden.  P1050896Breitengrade, die auf dieser Welt  wirklich nur schwer zu erreichen sind, wie bspw. weit südlich vor Tasmanien bzw. einsame Inseln vor der Antarktis.  Vermutlich werde ich nie wieder so nahe an diese unglaublich schönen Tiere kommen;
  • Looking for Biber – nicht Justin: P1050964obwohl wir Justin hier vermutlich genauso wenig sehen würden, wie einen lebendigen Biber. Angeblich soll der Biber hier eine Plage sein und ja wir sehen auch deutlich die Auswirkungen seiner Aktivitäten in der Dämmerung – dennoch, für uns bleibt er ein Phantom;P1050959
  • Kein Phantom sind jedoch die Wale, die wir hier sehen. Man mag es kaum aufschreiben, aber es ist wirklich wahr. Beim Kaffeetrinken haben wir in der Bucht vor Ushuaia drei Orcas gesehen, die dort offensichtlich ihr Unwesen trieben. Zweimal sind diese vollständig aus dem Wasser gesprungen und meine Freude kennt keine Grenzen; Danach Burger-Essen im Hardrock-Cafe. Das Leben ist gut.IMG_5859
  • Ushuaia: IMG_5870Von hier aus sind es nur noch etwa 1.000 km bis zur Antarktis. IMG_5904Die Südspitze Ushuaia liegt 3200 km südlicher als Kap Horn in Südafrika, wo unser Sohn noch vor Kurzem war. IMG_5880Von hier aus sind es nur noch schlappe 17.848 km bis nach Alaska. Ein Ziel!!!
  • 60.000 Einwohner plus die Kreuzfahrer, die täglich hier ausgeschüttet werden, findet man in Ushuaia. IMG_5876Nur der Beagle-Kanal IMG_5867trennt uns von noch weiter südlich gelegenen Inseln, auf denen nur noch vereinzelt Menschen wohnen. IMG_5859Wir haben Glück mit dem Wetter und erleben hier bei max 11 Grad Tagestemperatur und Sonnenschein keinen wirklich typischen Ushuaia-Tag. Morgen geht es noch einmal in den argentinischen Nationalpark (auf der erneuten Suche nach Bibern) und ab übermorgen gibt es nur noch eine Richtung – zurück in den Norden.
  • Schön fullsizeoutput_2973am fullsizeoutput_2972Atlantik;fullsizeoutput_2961
Celebrate your life

Reise 1 Teil 11: Fitz Roy – total übergletschert; Süd-Patagonisches Eisfeld; Calafate, Perito- Moreno-Gletscher; Wind

P1040722Woran kann man zweifelsfrei erkennnen, dass man an einem wirklich „gewichtigen“ Ort dieser Erde angelangt ist ? Ganz einfach. Hierfür gibt es einen einwandfreien Indikator. Wenn vor Ort ein Bus anhält und mindestens 20, sicherlich sehr liebenswerte Asiaten aussteigen, bewaffnet mit Hut, Kamera und Mundschutz. Dieses eindeutige Zeichen ist uns an dem Fitz-Roy Massiv in Argentinien passiert.
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Die höchsten Punkte im Fitz-Roy Gebiet sind fast 3.500 m hoch und besonders die eisverkrusteten Granitspitzen sind wirklich spektakulär, wenn man sie denn sieht. P1040775In diesem Gebiet schmiegen sich Gletscher über Gletscher an die baumlosen Berghänge, die im Sonnenlicht großartig und einzigartig blau schimmern. Doch leider sieht man auch bereits aus der Ferne, wie sehr sich die Gletscher zurückgezogen haben. fullsizeoutput_26f6Das führt dazu, dass man heute die sogenannten „schwarzen Gletscher“ besuchen darf, welche jedoch aus meiner Sicht Schutthalden gleichen und mit Gletschern nichts zu tun haben. However, hier in diesem Gebiet gibt es mindestens 5 „wirkliche“ Gletscher, die noch ihren Namen verdienen.P1040779
An den Tagen, in denen wir uns in diesem Gebiet aufgehalten haben, hatte der Wettergott wirklich ein Einsehen mit uns. P1040790Wir hatten nämlich nicht nur strahlend blauen Himmel, so dass wir Fitz Roy selbst in einer fast unwirklich erscheinenden Postkartenidylle gesehen haben. Nein, auch der Wind war relativ harmlos, zumindest bei unseren Wanderungen. fullsizeoutput_26f7
So ein tolles Wetter darf man natürlich nicht alleine erleben, so dass wir im Rahmen einer „Völkerwanderung“ Richtung Fitz Roy mit vielen anderen Naturliebhabern marschierten.fullsizeoutput_26fc
Egal in welche Richtung man hier sieht, man kann mal nähere oder fernere Gletscher bewundern. Gletscher, dabei denken wir doch an das „Erbe der Menschheit“, für alle möglichst im vernünftigen Maße zugänglich. fullsizeoutput_26fdHier dürfen wir zumindest bei einem Gletscher erfahren, dass nicht nur das ganze Land eingezäunt, sondern offenbar auch der Gletscher Privatbesitz sein kann. Diesen von uns erwählten Gletscher können wir jedenfalls nur über eine Estancia P1040892erreichen und mussten zunächst einmal Eintritt bezahlen, bevor wir in die Höhe gekraxelt sind.
Nachdem wir den wirklich beeindruckenden Fitz-Roy hinter uns gelassen haben, geht es weiter zum nächsten Highlight.- Calafate– mit dem Zugang zu dem Perito Moreno Gletscher. Nur hier hat man diesen genialen Zugang zu dem drittgrößten Eisfeld der Welt. Nur die Antarktis und Grönland sind größer als das Süd-Patagonische Eisfeld, welches wir hier in seiner ganzen Pracht sehen dürfen. Wir sind von 9.00 Uhr morgens bis 17.00 Uhr hier vor Ort und zunächst einmal angenehm überrascht, dass es gar nicht so touristisch ist, wie erwartet. P1050531Ganz in Ruhe können wir von unterschiedlichen Balkonen die bis zu 70 Meter hohe Gletscherkante P1050395in ihrer ganzen Breite bewundern. Blau schimmert der riesige GletscherP1050536, der immer wieder knackt und knarrt. Uwe meint es klingt wie bei einem Gewitter -und dann starren alle ganz angespannt auf die Kante, um möglichst als erstes zu sehen, wo ein weiteres riesiges Stück Eis in den See stürzt. Perito Moreno Gletscher einer der letzten noch wachsenden Gletscher dieser Welt- einfach unglaublich schön – bitte alle herkommen und selber sehen. P1050531Wir haben dabei das Glück auch noch ein P1050240Kondor-Pärchen P1050232beobachten zu dürfen, welches hier nistet und jetzt bei Sonnenschein „Flugübungen“ P1050237über dem ewigen Eis macht, sehr zur Begeisterung aller stillen Beobachter. Ein genialer Tag.P1050403
Und ganz zum Schluss des heutigen Blogs noch ein kurzes Statement zum Thema „Wind“:
Bisher haben wir unglaublich viel über den Wind in Patagonien gelesen und gehört. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, den richtigen -nämlich windgeschützten- Übernachtungsplatz zu finden. Als wir Richtung FitzRoy fuhren, bemerkten wir erstmalig, dass an diesen Erzählungen wirklich etwas dran sein kann. Böen über Böen würzten den Weg. Und ja, dann erlebten wir unsere erste wirkliche Nacht im patagonischen Wind. So etwas kann man nicht beschreiben. Das Wohnmobil schwankte hin und her, ein Seemann hätte seine wahre Freude gehabt und wäre vielleicht sogar seekrank geworden. Und dann diese Geräuschkulisse … die lässt einen einfach nicht zur Ruhe kommen und jagte uns zeitweise Schauer über den Rücken. Der Wind ist unglaublich. Erst hört man ihn, bevor man die Auswirkungen bemerkt. Es ist ein Pfeiffen und Gurgeln, als wenn jemand die Luft zunächst aus einem Gefäß saugt und dann wird dieses Vakuum ausgefüllt. Aber wie es ausgefüllt wird. Das ganze Wohnmobil und alles um uns herum scheint zu beben. Machtvoll zeigt hier der Windgott sein Können.
Letzte Anmerkung: Seit Neuestem achten wir bei unseren Übernachtungsplätzen auch vermehrt auf windgeschützte Flecken, so dass notwendiger Schlaf garantiert wird.
…und hier noch ein paar wenige Bilder  zu unserem „daily business“:
  • unser Wassermacher:IMG_5271
  • unsere Spülmaschine:IMG_5314
  • unsere Waschmaschine:IMG_5266
  • unser Trockner:IMG_5268
unser Backofen:IMG_5263das erste gebackene Brot in Hektor:IMG_5265

Reise 1 Teil 10: Farborgien; verbrannt im Nationalpark Patagonia; Safari-Feeling; Guanakos und Kondor(e); Paso Rabolla

IMG_5382Nachdem unser Auto in Cochrane fachmännisch geprüft und getestet wurde :)) und wir verstehen sollten, dass nur der Sensor der Bremsanlage kaputt ist, sind wir in den neuesten Nationalpark Chiles – den Parque Patagonia – gefahren.
P1040086Dieser wurde von der Witwe von D. Tompkins (dem Gründer von Esprit und Northface) dem Staate Chile vermacht. (möglicherweise ist dies juristisch nicht einwandfrei formuliert) Und um es gleich vorweg zu nehmen – es ist /war großartig. Wir würden diesen Park jedem als absolutes Highlight weiterempfehlen, der auch auf menschenleere, fast baumfreie und mondähnliche Landschaften steht.
Nach der Farborgie der Seen und Gewässer rund um Cochrane, P1040074wird hier alles von Gelbtönen des Savannengrases beherrscht.P1040063
Schon am Eingang überraschen uns wilde Guanakos.
P1040105Irgendwo haben wir gelesen, dass diese sehr scheu sein sollen – jedenfalls nicht uns gegenüber, was sich auch auf unserer weiteren Fahrt noch zeigen soll. P1040234Aber niedlich sind sie, insbesondere die Kleinen. Knuuutsch.P1040110
Durch die sich öffnende Weite der Landschaft mit den umherziehenden Tierherden und deren Vielfalt – Gürteltiere, Nandus, Guanakos, Pferde, Rinder, Schafe – fühlen wir uns versetzt Richtung Afrika (einen schönen Gruss an unseren Sohn, der dort gerade ist). Es ist, als wenn wir auf Safari wären.
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Doch natürlich wollen wir nicht nur alles vom Auto aus beobachten. 16 km Wanderung steht an. Angeblich mittelschwer – 5 Stunden sind angesetzt. Eine kleine Probe für die anstehenden Wanderungen am Torres del Paine. Fuss-Stresstest. Der Fuss hält schließlich durch, doch die Sonne brennt den ganzen Tag so stark, dass ich trotz Sonnencreme völlig fertig nach 6 Stunden am Auto ziemlich verbrannt ankomme. So schnell muss ich erstmal nicht mehr wandern. Auaaaaa! Obwohl uns hier auf der Wanderung vollmundig die Sicht auf Kondor(e) versprochen wurde, haben wir wirklich gar nichts dergleichen gesehen. P1040394
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Unser Schlafplatz im Park lädt absolut zum Verweilen ein. P1040293So eine Sicht hat man wirklich nur selten… und wir sind mit Ausnahme ein paar vereinzelter Guanakos und Füchsen ganz allein und geniessen die Zweisamkeit.
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Am nächsten Tag hat Uwe Geburtstag P1040350und es geht dennoch weiter über den Pass Rabolla nach Argentinien. IMG_5466
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Wie gut, dass ich die wilden Tiere sooooo zahlreich und pünktlich zu einem Geburtstags-Stelldichein organisiert habe: Bereits morgens läuft uns ein Gürteltier über den Weg und in dem Niemandsland P1040528zwischen Chile und Argentinien P1040536sehen wir doch tatsächlich nicht nur einen Blaubussard (wir hoffen, dass es wirklich einer ist), sondern auch 9 Kondor(e) direkt über uns kreisen: „Mantas der Lüfte“, fullsizeoutput_267bwir sind mehr als begeistert. fullsizeoutput_267cUnd etwas weiter die wirklich rüttelige Strasse entlang, finden wir einen kleinen See mit Flamingos, Nandus, P1040543Hasen und den Schwarzhals-Schwänen, so dass wir uns entscheiden, hier den restlichen Tag zu verbringen. P1040604
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Wir sind uns bewußt, einen wirklich ganz besonderen Tag erlebt zu haben, so dass Uwe nachts von seinem ganz speziellen Geburtstagstag gut träumen kann. Der Versuch die rosafarbenen Teichbewohner zu fotografieren erscheint hier jedoch ziemlich schwierig. Irgendwie mögen diese  uns nicht besonderst und sie gehen permanent auf so großem Abstand, dass auch mein Fotoapparat diesen nur mit Schwierigkeiten überwinden kann. Das Resultat:
Als wir die Grenze zu Argentinien überfahren, sind wir sowohl auf der chilenische als auf der argentinischen Seit erneut auf sehr freundliche Zöllner gestossen. Anscheinend ist hier in Argentinien jedoch noch nicht das Internet-Zeitalter angekommen. Alle Daten werden handschriftlich mit Blaupause in Stockbücher eingetragen. Was soll’s, wir haben 2 neue Stempel im Pass und haben all unsere Lebensmittel mitnehmen dürfen.Vielen Dank…und für jeden den Tip- dieser Pass und der Park ist wirklich sehenswert.
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Hasta luego.
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