Reise 1 Teil 7: Uuups Teil 7 ist weg.

Obwohl wir die Bestätigungsmail erhalten haben, dass der Text plus Bilder hochgeladen wurde, ist dieser offensichtlich im Nirvana gelandet. Sollte irgendjemand den Text noch verfügbar haben, würde ich mich sehr über eine Kontaktaufnahme freuen. Selbstverständlich versuche auch ich den Text wieder herzustellen, doch das dürfte dauern. Anbei noch einmal ein paar Fotos.P1030155fullsizeoutput_25c2P1030071img_4797-1P1030043P1030090

Reise 1 Teil 8: Runtergekommen in Chile; Carretera Austral; der hängende Gletscher im Parque Nacional Quellat; Fasching; Bimobil-Treffen

Nachdem wir noch einmal auf einem wunderbaren Campingplatz an der Argentinischen/Chilenischen Grenze übernachtet und dort tatsächlich Hannoveraner und einen Camper mit eingebauter Waschmaschine, Trockner u. Geschirrspülmaschine getroffen haben, sind wir am Montag den 12.02.2018 frohen Mutes zu dem absolut kleinem Grenzübergang bei Futaleufu gefahren. Nach unseren Informationen sollte uns dort eine schnelle und völlig unproblematische Grenzabfertigung erwarten. Wir fahren über eine absolut miese Schotterpiste zur Grenze und …  stehen im Stau. Wir haben die Rechnung ohne den lieben Fasching gemacht. Hier ist zwar niemand verkleidet, aber offenbar will a) am Fasching niemand so richtig arbeiten und b) haben die Argentinier alle den Wunsch, Fasching in Chile zu feiern. Unser Zeitplan kommt mal wieder ganz durcheinander. In der Reihe stehend treffen wir überraschend Argentinier die Deutsch sprechen oder verstehen und uns bei den endlos erscheinenden Formalitäten helfen. Da Chile unbedingt die Ausbreitung der Maul-und Klauenseuche vermeiden will, darf man fast keine Lebensmittel mitnehmen. Frische Produkte wie Obst und Gemüse sowieso nicht, aber auch getrocknete Tomaten, Fleisch, Milch, Käse etc. wird uns freundlich, aber bestimmt abgenommen. An dieser Stelle trotzdem noch kurz ein Dankeschön an unseren Grenzer, der wirklich sehr nett war und nicht mit allen Augen in unseren Kühlschrank bzw. in alle Schränke hinein gesehen hat.
Letztendlich sind wir nach gut 2 Stunden Grenzaufenthalt in CHILE !! Juchhuu. Die Strasse ist geteert, der erste kleine Ort malerisch. Wir trinken spontan einen Cappuccino für 4,—Euro pro Stück und wundern uns. Aber nicht lange, dann zeigt sich, dass auch hier die Strassen nicht überall geteert sind. Zudem müssen wir feststellen, dass Mutter Natur in Form eines Murenabganges etwas dagegen hat, dass wir in Chile Richtung Norden nach Chaiten weiterfahren. Hier ist absolut kein Durchkommen und wir können uns das geplante Treffen mit den Blauwalen wohl abschminken.
Was soll’s. Also fahren wir bereits jetzt auf der berühmt-berüchtigten Carretera Austral Richtung Süden, dem angeblich absolut wildesten und unberührtetesten Teil von Chile. Die auf uns zukommenden Landschaften sollen zu den faszinierendsen der Erde gehören; wir sind erwartungsvoll. Die Carretera Austral ist das Gegenstück zur argentinischen Routa 40. Die Dörfer entlang der Carretera Austral waren bis vor deren Ausbau isoliert in einer Landschaft von Wäldern, Flüssen und Seen, Bergen und Gletschern. Seit den 70-Jahren und besonders in den letzten Jahren hat sich die Strasse immer weiter in die Wildnis Kilometer um Kilometer in den Süden gefressen. Heute sind bereits viele Abschnitte geteert. Auf dieser Lebensader begegnen einem heute nicht nur unzählige leidende Fahrradfahrer und Horden von Trampern, sondern auch gerne einmal Einheimische, die gemeinsam mit Ihrem Hund, ihre Kühe auf der Strasse entlang treiben. Das haben Sie schon immer so gemacht und nur weil die Autos jetzt mit gerne mind. 70 km/h vorbeifliegen, wird die alte Gewohnheit gepflegt.
Abends soll es mal wieder einen romantischen Platz am Wasser, möglichst wild und kostenlos geben. Also fahren wir 20 km auf einer Schotterpiste in ein Seitental und werden mit tollen Ausblicken auf die umliegenden Berge (zum Teil bereits schneebedeckt) plus Seen und kristallklaren Bächen belohnt. Doch dann geht es nicht weiter. Über den Fluss spannt sich eine Hängebrücke, die wir gewichtstechnisch (max. 5 to) wohl passieren könnten, aber wir passen in der Breite wohl kaum nicht drauf. Ungläubig schauen wir uns noch einmal die Verkehrsschilder und unsere Karte an, aber es hilft alles nichts. Wir campen einfach direkt am Fluss und dem Fuße der Brücke und erfreuen uns an deren Anblick. Letztendlich ein toller Platz.
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Unsere Weiterreise gen Süden soll uns zu dem hängenden Gletscher in der Nähe von Puyuhuapi führen und wir hoffen, im Nationalpark „Parque Nacional Quellat“ nicht nur tolle Wanderungen machen, sondern auch dort kampieren zu können. Doch wie immer, haben wir nicht die Imponderabilien der Carretera Austral eingeplant. Bereits nach gut einer Stunde Fahrzeit stehen wir in einer Schlange. Warum?? Strassenbauarbeiten ! Die Strasse ist total gesperrt und alternativ gibt es eine Fährverbindung. Es fahren 2 Fähren, auf die jeweils ca. 10 Autos passen. Sprich, wir müssen „nur“ noch ca. 5-6 Fähren warten, dann sind wir dran. Gegen 15 Uhr – genau 10 Minuten nachdem ich mir schließlich einen Stuhl mit Buch in die Sonne gestellt hatte, um die vielleicht letzten Strahlen zu geniessen – wird plötzlich die Strasse doch für den Verkehr freigegeben. Auf wirklich abenteuerlichen Wegen werden wir direkt zwischen den Baufahrzeugen hindurch gelotst.
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Also auf in den Nationalpark. Es ist 15 Uhr, also noch ausreichend Zeit für eine kleine Wanderung und häusliches Einrichten. ABER – wir sind nicht alleine. Es ist wie am Timesquare. Mit uns wollen ca. 20 andere Fahrzeuge in den kleinen Park auf der winzigen Schotterpiste und wir alle erfahren nur, dass der Campingplatz bereits überfüllt und geschlossen ist.
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Also laufen wir nur noch kurz zu ein paar Aussichtspunkten, um zumindest einen kleinen Blick auf dieses Naturereignis zu werfen und suchen uns dann gegen 18 Uhr einen kleinen Campingplatz in der Nähe: Geht doch – hier erwischen wir noch einen tollen Platz mit Blick auf den See. Alle Probleme des Tages sind vergessen und wir machen es uns in der bereits untergehenden Sonne am Strand gemütlich. Doch was ist das ? Ein lautes Ungestüm kommt die steile Zuwegung hinunter und aus dem Bus springen 21 Leute. Der Bus hält freundlicher Weise ca. 50 cm vor unserem Auto, damit den Damen und Herren das Ausladen ihrer diversen Utensilien erleichtert wird. Fassungslos stehen wir vor unserem Auto und können es nicht glauben. Wildnis in Chile ?? Hier gibt es nur wilde Touristen. Wir beschließen, ab sofort gibt es für uns möglichst „wilde Campingplätze“.
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Unser erster Eindruck von Chile ist trotz all dieser kleinen Probleme wirklich unglaublich schön. So farbenfroh und leuchtend. Doch wir können es kaum glauben. Unser Höhenmeter zeigt an, dass wir uns in einer Höhe um 50-100 Meter befinden und dennoch sehen wir auf den nahen Bergen überall Schneefelder. Diese haben wir nicht in Mendoza auf einer Höhe von fast 3.000 Meter und auch nicht in El Tromen auf ca. 2.000 m Höhe gesehen. Diesem Phänomen müssen wir unbedingt noch auf den Grund gehen, doch Internet ist hier noch weniger vorhanden als in Argentinien.
Sprich, wir sind in der Höhe runtergekommen. Aber nicht nur in der Höhe. Wir sind zwischenzeitlich viel entspannter. Die Suche nach dem abendlichen Schlafplatz beginnt immer später am Tag, denn wir wissen – irgendwo werden wir schon ein Plätzchen finden. Runtergekommen sind wir auch mit dem Finger auf der Landkarte. Tatsächlich haben wir bereits das letzte Drittel unserer Chile-Landkarte erreicht. Runtergekommen sind wir leider auch in Bezug auf unsere Voräte an Süßem. Wir leiden ein wenig unter „Haribo“- und Schoko-Entzug. Obwohl wir 3 Pakete Haribo und 6 Tafeln Schokolade ins Land „geschmuggelt“ haben, müssen wir dringend im nächsten Supermarkt etwas für den kleinen Heißhunger einkaufen.
Dies führt mich unweigerlich zu einem ganz anderen tollem Thema:  Fleisch einkaufen in einem typischen, kleinen chilenischen Supermarkt. Man steht vor einer Gefriertruhe, in der auf der einen Seite in Plastik gehülltes, diverse Rindfleisch liegt und auf der anderen Seite Hähnchenschenkel völlig umeingepackt liegen. Salmonellengefahr gibt es offensichtlich hier nicht. Jeder sucht sich natürlich mit bloßen Händen den Schenkel aus, der ihm am Besten gefällt. Keiner weiß, welcher Schenkel bereits wie lange dort gelegen hat, geschweige denn woher er kommt. Aber bislang ist uns alles super bekommen und hat auch geschmeckt. Also, so what…
Am nächsten Morgen ist es Grau in Grau bei 10 Grad. Hannover-Wetter. Wir haben mal wieder einen befestigten Teil der Carretera  Austral verlassen und können heute nicht glauben, dass diese Schlaglochwüste auch Traumstraße genannt wird. Mit max. 30 km/h kriechen wir Richtung Süden, als wir auf der anderen Seite auch ein Wohnmobil bemerken, welches unserem Hektor irgendwie ähnlich sieht. Als wir beide auf gleicher Höhe sind halten beide Fahrzeuge an, und tatsächlich handelt es sich um bei unserem Gegenüber auch um ein Bimobil. Es wird nicht lange gezögert und schon sitzen wir zuerst in unserem zugegebener Massen nicht ganz so grossen und dann bei Christin und Thomas deutlich größerem Bimobil bei Tee und guter Laune zusammen. Es ist, als wenn man alte Freunde trifft und wir haben uns ja soviel zu erzählen. Wir als Beginner erhalten von den beiden „alten Hasen“ tolle Tips, die sogleich auf der Karte notiert werden. Wir hoffen sehr, dass wir die Beiden noch häufiger sehen werden – aller spätestens bei uns in Hannover – die Einladung steht und wir wünschen ihnen noch eine tolle Zeit hier in Südamerika.
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Als wir uns am späten Nachmittag trennen, meint Thomas noch locker – naja, die nächsten 12 km sind durchaus anspruchsvoll. Ihr müßt den steilen Pass hinauf (ungeteert und bei Regen) mit engen Kehren, die zudem mit Querrillen und Steinen gespickt sind. Noch wissen wir zu diesem Zeitpunkt nicht was uns erwartet: Wir haben es natürlich überlebt und es war eine sehr sehr schöne Tour durch eine grandiose Landschaft, dem nass-kalten Regenwald, welcher gerade unter diesen Umständen sein wahres Gesicht zeigt. So üppig grün, tropfnass, immer wieder unterbrochen durch die farbenfrohen Blumen am Wegesrand, gekrönt mit schneebedeckten Bergen, reissenden Wasserfällen, schäumende Flüssen. Irgendwie mystisch. Riesige Bäume von Moos überzogen, tropfend im Wind. Alles in allem – Wildnis, da ist sie – genau so haben wir es gewollt. Doch meine Nerven ! Ich war so froh, als wir es endlich geschafft hatten und glaubt mir, es gehört schon was dazu, wenn man vor den Kehren steht und zunächst diskutiert, wie man diese am Besten anfährt, sodass das Auto voraussichtlich nicht umkippen wird. Achja, Gegenverkehr gibt es natürlich auch. Das war ein erstes Teilstück der Carretera Austral, den wir bestimmt nicht vergessen werden.
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“ Do not stop to explore your limits“

Reise 1 Teil 6: Patagonien, Bariloche, 7-Seen-Route, der Schönste Argentiniens : Vulkan Lanin

Fast 6 Wochen lang haben wir nun den argentinischen Sommer genossen. 6 Wochen blauer Himmel, Tagestemperaturen in Abhängigkeit von der Höhe von 22 Grad bis 40 Grad und Tiefsttemperaturen von 10 Grad bis 20 Grad. Doch jetzt braut sich etwas zusammen. Es ist grau in grau, der Wind ist aufgekommen und fegt den Staub über die Straßen, so dass die Motorradfahrer die Augen zusammenkneifen müssen und wir kaum noch etwas sehen können. Die ersten Vorboten des nahenden Herbstes erreichen uns in der Skiregion um Bariloche. Die Temperaturen sind fast um 15 Grad gefallen und wir müssen die langen Hosen aus ihren Verstecken holen.
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Die letzten Tage haben wir uns nördlich und südlich von Bariloche aufgehalten und unzählige ultramarinblaue Seen einschl. mehr oder weniger schneebedeckter Berge gesehen, bewandert und vor allen Dingen bewundert. Hier gibt es die bekannte 7-Seen-Route, doch aus unserer Erfahrung heraus würden wir sie umbenennen in die „mind. 100-Seen-Route“.fullsizeoutput_2574
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U.a. waren wir auch im Parque Lanin, mit dem angeblich schönsten Vulkan Argentiniens – und ja auch uns gefällt er eindeutig, insbesondere seine schneebedeckte Spitze ist spitze (vor allen Dingen, wenn Sie im Abendlicht rosa leuchtet).
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Alles in allem sind wir begeistert, doch nicht völlig aus dem Häuschen. Die angekündigte Wildnis wird doch stark durch die überall vorhandenen Zäune eingeschränkt und jetzt in den Sommerferien, ist es vielerorts nicht mehr wild. Die Zugänge zu vielen Seen sind i.d.R. versperrt und meistens im Privatbesitz. Wir sind hier ja jetzt in Patagonien angekommen. Patagonien ist das Synonym für grenzenlose Freiheit, unendliche Weiten und großartige Natur. Besonderst geschützt u.a. durch div. Grenzkontrollen. Foot- and Mouth-Deasease (Maul-und Klauenseuche) ist hier offensichtlich sehr gefürchtet und man wird auf Früchte und sonstige Frischwaren durchsucht, damit keine Erreger eingeführt werden. Bislang sind wir von solchen Kontrollen verschont geblieben, haben aber schon diverse Berichte von anderen Travellern gehört.
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Wir wollen jetzt Richtung Chile aufbrechen, auch um dort noch einsamere Gegenden zu finden.
….und ansonsten in Kürze:
Bitte keine Stauballergie !  Staub ist überall – nicht nur auf der Strasse – nein auch auf der Haut, in den Augen und zwischen den Zähnen, im Bett – einfach überall. Die wichtigste Aufgabe des Beifahrers – die Bedienung des Umluftschalters. „Everyone bites the dust“.
Statistisch müsste jeder Argentinier mindestens einen, wenn nicht zwei Hunde haben. Unglaublich, wie viele Hunde hier frei umherlaufen.
Wir haben nicht nur wunderbare Vögel gesehen, sondern auch Myrthen- und Aukarienwälder.
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Auch wenn die Argentinier nicht Fussballweltmeister sind, in einem sind Sie zweifelsfrei Weltmeister – nämlich im Zäune bauen.
Neulichs bei Carrefour : Eine großartige Abwechslung, wenn man einen soooo großen Supermarkt sieht. Also hinein. Nach dem ersten Flash des großen Angebotes, haben wir endlich alles im Einkaufswagen und wir suchen uns eine Kasse. An jeder Kasse steht nur ein Kunde, wunderbar, gleich angestellt. Doch wie aus dem Nichts kommen von allen Seiten die Argentinier auf uns zu und versuchen, uns das bizarre Kassensystem zu erklären. Denn so einfach ist das hier nicht. Erst einmal muss man sich an einer elektrischen Ausgabestelle anstellen, an der man so einen Ping mit der Anzahl der eingekauften Waren eingibt und dann wartet man darauf, dass sich dieser Ping aktiviert und einem die richtige Kassennummer zuweist, an der man dann endlich -wenn man an der Reihe ist- alle Teile erwerben darf. Dass dieses Gerät nicht immer funktioniert und man sich dann mehrfach an einer Ausgabestelle anstellen darf, sei nur am Rande erwähnt. Ach und überhaupt, hier in Argentinien kosten die Plastiktüten etwas, ganz im Gegenteil zu Uruguay. Da werden doch gleich unsere guten Rossmann-Beutel aktiviert.
Camping – ein Begriff, der hier völlig anders verstanden wird. Tagescamping ist hier die Regel – man kommt morgens, badet, macht Asado (Papa grillt, alle essen Mengen an Flesich), badet und fährt abends wieder nach Hause oder macht abends nochmal -so ab 21 Uhr- ein ausgiebiges zweites Asado. Allenfalls hat man ein Zelt dabei; Wohnwagengespanne sehen wir hier zwar schon öfter als im Norden, doch trotzdem ist dies noch immer die absolute Ausnahme.  Die Campingplätze kosten meistens um die 20 Euro für 2 Personen pro Nacht und haben i.d.R. kein heisses Wasser, selten Strom und einen frei wählbaren Stellplatz für unseren Hektor.
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Chile…we are coming

Reise 1 Teil 5: Zerbissen im Nordwesten von Argentinien; Vulkan „El Tromen“, Thermen von Copahue, Route 40, Mapuche

Es ist Ende Januar und wir verlassen leicht enttäuscht die Weinregion von Mendoza Richtung Süden. Dabei fahren wir durch das berühmte Valle de Uco, welches einzigartigen Wein hervorbringt, aufgrund des besonderen Bodens.
fullsizeoutput_2558 Von nun an bewegen wir uns entlang des Andengürtels, immer zwischen Chile und Argentinien und auf einer Höhe von 700 – 2.500 Meter. Zur Zeit ist es selbst auf 2.200 Meter abends um 20.00 Uhr noch angenehme 20 Grad warm. Nur nachts kühlt es hier in den Bergen ab, so dass wir erstmals am Morgen eine lange Hose anziehen müssen.
P1020384Wie großartig ist der Moment, wenn man aus der planen Fläche plötzlich die ersten schemenhaften Konturen der diversen Vulkane erkennt und dann dem üppig leuchtenden Gestein bei strahlend blauem Himmel immer näher kommt.
fullsizeoutput_2554Hier in der Region um Malague gibt es die größte Vulkandichte der Welt. Und tatsächlich, ein Vulkan ist schöner als der andere, reiht sich aneinander. Begeisterung pur macht sich bei mir breit.
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P1020567Wir stoppen an einem malerischen Ort, direkt an einem namhaften Fluss. Ein idealer Platz für eine kostenlose Übernachtung. Badesachen an, ins Wasser und dann: Wir sind leider nicht alleine in diesem Paradies. 100derte von Pferdefliegen stürzen sich auf uns und versuchen uns in möglichst kürzester Zeit möglichst viel Blut abzunehmen. Den Rest des Tages verbringe ich in Sicherheit in Hektor. So hatte ich mir das gar nicht vorgestellt.P1020537
img_4541Es wird Zeit für uns, ausgetretene Touripfade zu verlassen und wir entscheiden uns, in den relativ unbekannten Nat.park „El Tromen“ zu dem gleichnamigen Vulkan + Lagune zu fahren. Die Schotterpiste führt uns über viele Kilometer, aber dann sind wir endlich da. Mutterseelenallein an einem so großartigen Platz. In der Lagune sehen wir die schwarzköpfigen Schwäne und rosa Flamingos.
P1020553img_4582Der aktive Vulkan mit seinem erkalteten üppigen Lavazungen scheint nur für uns im Abendlicht zu leuchten. Genauso haben wir uns das Abenteuer Argentinien vorgestellt. Ach ja, nicht zu vergessen der unglaubliche Sternenhimmel an so einem Ort. Einfach nur wunderschön!fullsizeoutput_2545
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fullsizeoutput_2548P1020653img_4647P1020674Nach diesem Genuss fahren wir weiter Richtung Süden zu der „7-Seen-Route“, auf der berühmt berüchtigten Route 40 -das Pendant der Route 66 in den USA- , die Argentinien von Norden bis Süden durchquert, teilweise als Verlängerung der PanAmerica.
Wir tanken in einem kleinen Ort im Nirgendwo und plötzlich kommt Uwe eine Blondine freudestrahlend entgegen. Die Frankfurterin lebt hier in der Pampa mit Ihrem Mann und als Sie unser Nummernschild aus „Hamburg“ gesehen hat, mußte Sie einfach „ Hallo“ sagen. Dies ist schon das 2. Mal, dass uns das passiert und wir freuen uns auch über ihre so ehrliche, unverfälschte Lebensfreude. Sie rät uns dringend, diese Region nicht zu verlassen, bevor wir nicht die Thermen in Copahue besucht haben. Da wir diesen Tip jetzt bereits zum 2. Mal hören, werfen wir unsere Pläne um und fahren Richtung Copahue, vorbei an dem Winterskigebiet Caviahue.
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fullsizeoutput_256eDer Weg führt uns durch einen extrem idyllischen Canon. Zwischen Lavagestein wiegt sich silbrig schimmerndes Pampagras und unten wird das Tal durch einen Grünstreifen durchzogen, genährt von dem kleinen Flusslauf. Vereinzelt Hütten und viele Schafe, Ziegen und Pferde sowie Kühe säumen die Hänge und Straßen. Idylle pur.
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fullsizeoutput_255cP1020705P1020740Den Vulkan „Copahue“ , einen aktiven „Smoker“, sehen wir schon von weitem.
fullsizeoutput_256cfullsizeoutput_2566Hier auf über 2.000 Meter Höhe liegt noch Schnee und gleichzeitig brodelt und dampft es aus vielen Erdlöchern. Eine unwirkliche Gegend in der die Thermen liegen. Hier kann man bei strahlend blauem Himmel in den heißen Thermal- und Schlammquellen liegen und „gesünder werden“.
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fullsizeoutput_2562„Wir nehmen uns einen Tag frei“ und machen Wellness. Doch am Ende des Tages stinken wir nach Schwefel und der sogenannte Heilschlamm, will nicht wirklich von der Haut. Aber eine tolle Erfahrung.
Und was gab es sonst noch Interessantes ?:
Wir sind erstmalig mit den berühmten Windböen von Patagonien konfrontiert worden. Wie aus dem Nichts fängt es an zu wehen und bevor man sich versehen hat, ist das Phänomen auch schon wieder vorbei. Besonders schön, wenn man entspannt auf kilometerlangen Straßen unkonzentriert geradeaus fährt, oder aber gerade frisch geduscht und eingecremt in der Sonne sitzt und dann mit einer Staubschicht paniert wird.
Schweinefleisch ist hier eine Rarität und das argentinische Rindfleisch benötigt nach argentinischem Rezept nichts weiter als etwas Salz – so gut ist der Eigengeschmack. Biofleisch par execellent.
Tankstellen werden zu einem unglaublichen Anziehungspunkt. Offensichtlich haben wir nur dort Zugang zum Internet. Die Mär, dass es in Argentinien überall freies Internet gibt, stimmt einfach nicht. Wer weiß, wann wir jemals die Blogbeiträge plus Fotos hochladen können. Dies bedeutet stundenlanges Kaffeetrinken in einem Tankstellenrestaurant im Nirgendwo.
Und wer weiß, wie lange man ein großes Ei auf 2.200 Meter Höhe kochen muss, damit man es halbwegs genießen kann ?: Mindestens 9 Minuten; wir sprechen aus leidvoller Erfahrung.
So, und nun geht es endlich zu der 7- „Seen-Route“. Hasta Luego.

Reise 1 Teil 4: Heiße Nächte in Zentral-Argentinien, Rosario, Delta de Parana, Mendoza; ein Paradies für Weinkenner bzw. Weintrinker

Nachdem wir unseren Hektor so problemlos in Empfang genommen haben, hält uns nichts mehr in Montevideo. Wir wollen uns endlich in das Abenteuer stürzen und testen, wie es sich anfühlt, auf 8 qm monatelang in einer Puppenstube zu leben. Wir lassen unsere Gasflaschen vor Ort füllen und los geht die Fahrt. Ca. 13.000 km liegen vor uns. Die nächste Brücke über den Rio Uruguay / sprich der Grenze zwischen Uruguay und Argentinien liegt bei Rosario. Wunderbar, dies gibt uns die Möglichkeit, entlang und durch das einzigartige Parana-Delta (dem größten Süsswasser-Delta der Welt) zu fahren. Der Grenzübergang ist relativ problemlos. Hektor und wir erhalten nach kurzer Zeit ein Visum für 90 Tage ??. Angeblich soll es in dieser Region korrupte Polizisten geben und wir sind dementsprechend nervös. Doch entweder haben wir Glück oder es gibt Sie doch nicht.IMG_4240Dem Parana-Delta (= Spreewald in XXL-Format) kommen wir leider nicht wirklich nah. Aus dem Auto heraus sehen wir viele Wasservögel – u.a. viele Störche -, doch in das Delta kann man nur mit dem Boot eindringen. So bleibt uns leider nur ein sehr oberflächlicher Eindruck einer angeblich einzigartigen Landschaft.

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Argentinien – das Silberland; ein Land der Superlative – auch genannt das Land der 6 Kontinente: Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht über 34  Breitengrade und entspricht der Strecke Stockholm – Casablanca; doch der größte Teil soll angeblich fast menschenleer sein.
Wir stranden zunächst in der Grenzstadt Rosario. Da wir leider nicht die entsprechenden Karten heruntergeladen haben, fällt es uns sehr, sehr schwer einen geeigneten Schlafpatz zu finden. Erst kurz vor dem Dunkelwerden erreichen wir glücklich ein Schwimmbad, wo man uns gnädigerweise auf den großen Aussenflächen trotz später Ankommenszeit nächtigen lässt.
Hier in Zentral-Argentinien ist es heiß – unser Thermometer im Wohnmobil zeigt um 22 Uhr noch 38 Grad an und es geht kein Hauch von Wind. Wir liegen in unserer Koje und hoffen auf einen einzigen Windzug. Vergebens. Nie in meinem Leben habe ich so geschwitzt. Nasse Waschlappen auf dem Kopf können nur zeitweise sehr bedingt helfen. Obwohl der Weg zum Schwimmbad direkt durch das Township von Rosario führte, müssen wir bei dieser Hitze die Heckklappe komplett offenlassen. Diese Hitze motiviert uns, möglichst schnell diese Provinz zu durchqueren, um in der Nähe der Anden nicht nur ein angenehmeres Klima, sondern auch ein ausgezeichnetes Weinanbaugebiet zu finden.
Auf dem Weg dorthin übernachten wir das erste Mal „wild“. Kaum sind wir von der Straße abgefahren und haben es uns gemütlich gemacht, kommt „El Patrone“. Nachdem er ein Foto von uns und Hektor gemacht hat, wir uns mit Küsschen verabschiedet haben, ist klar, wir sind mehr als willkommen. Wenn doch nicht die Hitze und der Staub wären.
Wir fahren dann zwei Tage durch große Maisfelder und sonstigen Agra-Anbau. Obwohl es so trocken ist, scheint das Land unglaublich fruchtbar zu sein.
Mendoza ist unser Ziel. Das größte Weinanbaugebiet von Argentinien, das zweitgrößte der Welt, im Schatten von  6.000- Meter hohen Bergen der Anden, im direkten Grenzgebiet zu Chile.
Kilometerlang fahren wir gemeinsam mit sehr, sehr vielen LKWs (wir sind tatsächlich auf der „A2“ Richtung Chile“ ) einfach geradeaus in Richtung Westen. Immer wieder nur gestoppt durch die unendliche Zahl an Bumps, denn natürlich führt dieser Highway durch jede Menge kleine, quadratisch angelegte Dörfer in denen die Maximalgeschwindigkeit 60 km/h sein SOLLTE. Da es hier keinen TÜV gibt, sehen wir hier Autos, die nur noch ins Museum gehören und definitiv schon lange nicht mehr die Mindestgeschwindigkeit erreichen. Erkennen kann man die Autos ganz einfach, es hängt ein Arm heraus – sprich Klimaanlage „Fehlanzeige“ und egal wieviel Staub aufgewirbelt wird, das Fenster bleibt unten.
IMG_4343IMG_4305IMG_4388IMG_4270Endlich sind wir in Mendoza angekommen und wir stellen gleich mehrerlei fest: es ist hier genauso heiß wie in Rosario, es gibt hier auch keinen kühlenden Wind dafür aber jede Menge ganz fieser Mücken und die besagten Anden haben sich in ein Nebelkleid gehüllt.
Auf dem Campingplatz treffen wir das erste Mal seit 4 Wochen andere Deutsche, die mit einem aus unserer Sicht „riesigen“ Unimog Südamerika bereits seit langer Zeit bereisen. Am Abend sitzt man zusammen und quatscht über bestandene und noch geplante Abenteuer.
Mendoza ist eine Kleinstadt mit ca. 110.000 Einwohnern. Auffällig ist wie grün hier alles ist. Jede Straße ist mit üppigen Bäumen gesäumt, doch wo sind die Weinberge? … und ja, wo sind die Anden? Leider erwischen wir drei wolkenverhangene Tage in der Mendoza-Region und können die Anden nur erahnen.IMG_4392
WeinBERGE  gibt es hier auch nicht, nur flache Flächen – völlig unspektakulär – auf denen jedoch zugegebenermaßen hervorragender Wein angebaut wird. Hier entfaltet die Malbec-Traube ihren vollen Geschmack. Um uns davon zu überzeugen, besuchen wir zwei Bodegas und decken uns ein gaaaaanz klein wenig mit regionalem Wein ein, bevor wir Richtung Süden aufbrechen.
Ab in den Süden…. zu den Vulkanen…..