Reise 2 Teil 18: Kontinent-Durchquerung

Von BA fahren wir mit der Fähre nach Colonia del Sacramento

und dann mit dem Bus weiter über Montevideo zum Camping- und Stellplatz Paraiso Suizo und sind so nach ca. 10 weiteren Stunden endlich wieder mit Hektor vereint.

Unser Campingplatz-Herbergsvater Heinz hat Hektor schon aus seinem Winterlager herausgeholt und siehe da, es ist als sei man gar nicht weg gewesen. Hektor ist sauber, springt sofort an 🙂 :).

Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. 110 Kilo an die richtigen Stelle zu verstauen. Doch dann ist es endlich geschafft und wir sind wieder auf Tour. Unser erstes Ziel ist San Rafael – auf der anderen Seite von Argentinien. Einmal quer durch den Kontinent.

Auf gar keinen Fall wollen wir wieder über Rosario fahren, so dass wir uns eine neue Route überlegt haben. Die Nationalstrasse No. „7“ soll uns ans Ziel bringen. 3 Tage fahren wir fast ausschließlich geradeaus. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Strassenwahl. Kaum Verkehr, viel flache Landschaft und noch mehr Rinder. Was will man mehr. Als wir uns schon fast am Ziel wähnen, müssen wir ein neues Wort lernen „clausurado”. Meint geschlossen. Und ohne weitere Vorwarnung ist die Strasse plötzlich nicht mehr befahrbar. Ein wirklich riesiges Seengebiet muss umfahren werden.

Dank maps.me können Hektor und Uwe gleich mal wieder zeigen, was in Ihnen steckt. Das Resultat: 3 Stunden Umweg, Hektor sieht wieder aus wie Sau und ich habe die ersten Nerven gelassen. Der Umweg führte uns natürlich wieder über naturbelassene Pisten, in denen uns selbstverständlich LKWs entgegenkommen, was insofern problematisch ist, da meist nur eine Spur befahrbar ist. Irgendwie hatte ich diesen Aspekt unserer Reise schon ein wenig vergessen.

Im übrigen fällt uns auf, dass uns gar nicht mehr so viel auffällt. Wir haben uns schon so an die Zäune, den Staub, den Wind, halt an Argentinien gewöhnt, dass wir gar nicht wissen, was wir in unserem Blog noch neues schreiben können.

Wie gut, dass wir jetzt 14 Tage als sogenannte “Vollies” in einem deutschen Restaurant in San Rafael arbeiten. Dazu hoffentlich demnächst mehr.

P.S.: noch ein paar Fotos von BA

Reise 1 Teil 16: Atlantik; Punta del Este; Colonia del Sacramento; Carillo

Seitdem wir Ushuaia verlassen haben (12.03.2018) übernachten wir fast ausschließlich direkt am Atlantik, img_6577will heissen bei Flut ist dieser nur wenige Meter entfernt. Jede Nacht schlafen wir mit den so abwechslungsreichen Geräuschen dieses Ozeans img_6576ein. Welch ein Luxus. Manchmal hören wir sanftes Plätschern und viel öfter zeigt er sich wild und  kraftvoll. Brüllend und tosend klatschen die Wellen an den Strand. Life is so much better at the Sea!img_6574
Apropos Luxus: Nachdem wir ca. 13.000 km in und mit Hektor unterwegs waren, verbringen wir die letzten drei Tage vor unserem Abflug in Punta del Este img_6593in einem supermodernen Appartement. Jetzt um diese Zeit stehen die großen Appartementhäuser fast alle leer und man kann diese sehr günstig mieten. Und hier haben wir tatsächlich den Luxus zweier Regenwaldduschen!!! Oh, wie schön entspannend kann duschen mit gaaaanz viel heißem Wasser sein. Luxus wird neu definiert!
Ansonsten haben wir die letzten Wochen damit verbracht, uns die argentinischen Ferienorte img_6573am Atlantik anzusehen. Hier, wo viele der 13 Mio. Menschen aus Buenos Aires in den drei Sommermonaten img_6578die meiste Zeit verbringen. Ganz img_6564unterschiedliche kleine img_6565und große Ortschaften haben wir dabei gesehen. Doch alle haben eins gemeinsam – wunderbare, breite Sandstrände img_6581auf denen selbstverständlich Auto gefahren wird und auch jetzt im April sonntags immer noch viel los ist.img_6580
Besonders der kleine Ort Carillo ist uns in Erinnerung. Alle Strassen aus Sand; die Häuser im Pinienwald integriert; Parkanlagen gleich ist hier ein Haus img_6572schöner als das andere img_6571und wir lesen später, dass hier die Fussballspieler und Stars absteigen. Kein Wunder. Nur der Gärtner img_6568mit seinem etwas in die Tage gekommenen Auto passt nicht ganz ins Bild.img_6570
Nach dem völlig problemlosen Grenzübergang Argentinien/Uruguay (an dem man uns weder Fleisch noch sonst etwas abgenommen hat) fahren wir zu dem kleinen Ort Colonia de Sacramento – Weltkulturerbe. img_6599Nun gut. img_6595Der Ort bietet Reste einer Stadtmauer, Ausgrabungen, einen schönen alten Platz  mit großartigen Bäumen, img_6598alte Häuser aus 1762 img_6596und es gibt ein paar nette Restaurants für Touristen. Vielleicht sind wir ja doch von Europa verwöhnt und Kulturbanausen – aber so richtig können wir uns nicht begeistern.img_6597
Das gleiche gilt auch für den Parque de Luro, welcher uns einen 500 km-Abstecher gekostet hat. Wir sind direkt in die Provinz Pampa hineingefahren, um diesen Park zu besuchen, denn dieser wurde angekündigt mit den Worten „packed with animals“. img_6591Insbesondere kann man hier den seltenen Pampahirschen img_6585und Pumas sehen. Da wir ja noch nicht soooo viele Tiere img_6588gesehen haben, img_6567-1fahren wir dort hin. img_6589Übernachten darf man nicht im Park, der Campingplatz hat zu. img_6590Geöffnet hat der Park nur von 9.00 – 18.00 Uhr, sprich wenn die Hirsche aus dem dichten Wald herauskommen, müssen wir das Gelände verlassen. IMG_6345Alles nicht so ganz optimal. Tatsächlich haben wir dann schon einige Tiere gesehen, aber „packed“ – darunter verstehen wir dann doch etwas anderes.IMG_6338
Also übernachten wir im nächsten Ort an einem Feldweg, P1080431weit abseits der Dorfstrassen. Und siehe da, dies bleibt nicht unbemerkt. Gegen 1 Uhr nachts klopft es an unserer Tür. Bevor ich überhaupt denken kann, öffnet Uwe die Tür und steht zwei Polizisten gegenüber. Diese wollen unsere Dokumente sehen. Leider sprechen wir ja kein Spanisch. Also versucht Uwe ihnen zu verstehen zu geben, dass wir schlafen und die Polizei doch bitte morgen wiederkommen möge „documenti manana por favor“. Wer hätte das gedacht – es funktioniert. Die Polizei fährt und wir schlafen weiter. Am nächsten morgen kommt natürlich niemand mehr.
Zum Thema Polizei, vielleicht auch noch zwei Sätze: Bei jeder Einfahrt in einen Ort oder eine Provinz muß man eine Polizeikontrolle passieren. Meistens lassen Sie uns ohne Beachtung durchfahren. Aber je weiter wir in den Norden kommen, desto intensiver werden die Kontrollen. Unsere Personalien wurden bereits mehrfach in irgendwelche Listen auf Klemmbrettern erfasst. Warum ist uns absolut schleierhaft, aber nun gut. Im Übrigen spricht selbstverständlich keiner dieser Polizisten ein Wort Englisch, aber Sie sind in der Regel äußerst höflich und freundlich. Wir können uns diesbezüglich nicht beschweren. Irgendjemand hat uns erzählt, dass die Polizei auf diese Weise versucht, das Drogenproblem zu bekämpfen, welches insbesondere aus den nördlichen Ländern nach Argentinien gespült wird.
Niemand hat uns davor gewarnt, wie die Tage auf so einer Reise nur dahin fliegen. Ein Freund von einem Freund sagte einmal: „Aufstehen, Ölstand prüfen und schon ist der Tag rum“. und genauso ist es. Kaum hat man gefrühstückt, eingepackt und verstaut, eingekauft, Wasser getankt und ist ein paar Kilometer gefahren, schon ist der Tag herum. Stress, was ist das? Wir sind wirklich tiefenentspannt und sind gespannt, ob wir wieder in den Arbeitstrott zurück finden.
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So zum Schluß noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an den Wettergott, der uns mit bestem Wetter die 4 Monate versorgt hat und all die Personen die unsere Reise bereichert haben und die uns diese Reise mit ermöglicht haben. Danke auch an die motivierenden Worte zu unserem Blog, es hat auch uns Spaß gemacht von unserer Reise zu berichten. Wir werden dies sicherlich auch bei unserem nächsten Trip wiederholen.
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Und gaaaaanz zum Schluß wie immer ein Spruch – Danke liebe Sabiha und Albert Einstein:
„Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten“. img_6373Auf ein Schiff haben Uwe und ich lange genug gewartet. Bei uns ist Hektor vorbeigekommen und wir sind froh, diese Chance ergriffen zu haben. Doch auch wenn wir uns schon ein ganz klein wenig auf die nächste Reise freuen, jetzt wollen wir erst einmal unsere Lieben daheim in die Arme nehmen und unser zu Hause geniessen.img_6594
Doch wir werden die Argentinier und die Chilenen vermissen. Diese so naturverbundenen Menschen, die die Natur ihrer unglaublichen Länder so annehmen und überall da zu finden sind, wo es uns auch gefallen würde. Wir haben offensichtlich den gleichen Geschmack. Wir freuen uns auf viele weitere Zusammentreffen – wie dieses hier mit dem Presidente „Cäsar“.img_6395
Hasta luego …img_6376